Marianisches Drucken
Montag, den 04. Januar 2010 um 14:59 Uhr

Staatsoberhäupter und Politiker pflegen zu Neujahr dem Land Gottes reichen Segen zu wünschen. Das ist ein gutes und lobenswertes Verhalten von denjenigen, die in besonderer Weise von Gott in Verantwortung gesetzt worden sind und die vor dem Gericht der allerheiligsten Dreifaltigkeit sich einmal für ihre Amtsführung verantworten werden müssen.

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Würden doch die Lenker der Staaten auch die Gottesmutter um ihre Hilfe anrufen! Durch Maria zu Jesus. Diese marianische Frömmigkeit war einmal im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation selbstverständlich der Fall.

 

Träger des marianisch geprägten Reichsgedankens war das Haus Habsburg mit seinen Ländern, zu denen seit 1526 auch das Königreich Böhmen zählte und Ungarn (mit Oberungarn=Slowakei). 1645, noch im Dreißigjährigen Krieg, war Wien in äußerster Gefahr, von den Schweden erobert zu werden. In dieser Not, am 28. März 1645, wurde in Wien eine große Bittprozession zu Ehren der Gottesmutter gehalten, an der auch der Kaiser Ferdinand III. mit seinem gesamten Hof teilnahm. Das altehrwürdige Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Schotten“ wurde in den Stephansdom gebracht und dort acht Tage verehrt. Der Kaiser legte das Gelübde ab, künftig die Unbefleckte Empfängnis im ganzen Land zu feiern, und wenn die Gefahr vorübergeht, eine Statue zu Ehren der Immaculata zu errichten und sie jede Woche mit einem besonderen Ehrendienst zu begrüßen.

 

Schon 1640 hat er folgendes Gelöbnis abgelegt: „Dir weihe ich mich und die Meinen, das Römische Reich, zu dessen Oberhaupt mich Gott bestellt hat. Du aber, o Maria, nimm mich an als Dir zu eigen; Dein werde ich sein, und alle, die mein sind, sind Dein. Dir gehört mein Besitz, Dir das Reich und alle meine Lande; Dir die Völker und Heere. Und so beschütze sie Du; Du siege in ihnen und herrsche und regiere in ihnen. Dies gelobe ich Dir in Frömmigkeit und Gerechtigkeit zu Ehren. Ferdinandus“

 

Von seinem Nachfolger, Kaiser Leopold I (1658-1705) wird berichtet, daß er nach dem Krönungsfest in Frankfurt am 5. September 1658 nach Altötting kam, um von „der Himmelskaiserin das neu angetretene Kaisertum als Lehen zu nehmen und Land und Leute unter den Schutz Mariä wider seine Feinde zu befehlen.“