Desinformation über die Armut in Europa Drucken
Freitag, den 14. März 2008 um 18:24 Uhr

armut.jpgIn einem am 25. Februar veröffentlichten Bericht „über soziale Sicherheit und gesellschaftliche Eingebundenheit“ erfährt man, daß 19 Millionen Kinder in Europa von Armut betroffen sind. Diese Zahl hat sich seit sechs Jahren nicht verändert. Ist das beunruhigend?

.

Man muß sich nämlich auch folgende ergänzende Angaben vor Augen halten:

 

  • diese Kinder leben nicht allein, sondern fast alle leben in Familien; es handelt sich also um arme Familien und nicht etwa um einzelne arme Kinder, die von verantwortungslosen Familien irgendwo auf der Straße ausgesetzt worden sind;
  • Armut wird immer auf eine relative Weise berechnet: eine Familie ist arm, wenn ihr Einkommen unterhalb von 60 % des nationalen Durchschnittseinkommens liegt. Nach diesem Kriterium ist ein armer Luxemburger, da er in einem Land mit erheblich höherem Bruttosozialprodukt als das anderer Länder lebt, reicher als ein Durchschnittsdeutscher und natürlich bedeutend reicher als ein Bewohner eines osteuropäischen Landes. Armut könnte übrigens nach diesem Kriterium sehr leicht abgeschafft werden, indem alle Einkommen überall angeglichen würden: das wäre dann das Ideal eines totalen und perfekten Kommunismus’.
  • Wenn man den Bericht genauer betrachtet, sieht man, daß alleinerziehende Eltern häufiger von Armut betroffen sind. Hier muß man nicht noch einmal auf den Zusammenhang zwischen der Schwächung der „traditionellen“ Familie mit ihrem festen Zusammenhalt und den Erscheinungsformen sozial schwacher Lage hinweisen.
  • Kinderreiche Familien sind ebenfalls überproportional betroffen; das wiederum beweist nur, daß das Steuersystem und die gesellschaftliche Umverteilung eben nicht familienfreundlich sind.