Ehemaliger Freimaurer verteidigt christliche Wurzeln Frankreichs Drucken
Dienstag, den 15. Januar 2008 um 10:11 Uhr

sarkosy.jpgNicolas Sarkozy hatte bei seinem Besuch im Vatikan vor Weihnachten laut über eine Änderung des französischen (Grund-)Gesetzes zur Trennung von Staat und Kirche nachgedacht. Er stellte fest: Die Gesellschaftbrauche „die Religionen“ – im Plural.

Frankreichs Präsident hatte bei seiner Ernennung zum Ehren-Kanoniker der Lateran-Basilika – ein jahrhundertealtes Privileg der französischen Monarchen – gesagt, „ein Mensch, der glaube, sei ein Mensch, der hoffe.“ Es sei „im Interesse der Republik, daß es viele Männer und Frauen gebe, die Hoffnung hätten.“

.

In Interview mit Radio Vatikan unterstrich er diese Meinung und gab den Bankrott der laizistischen Erziehungssystems zu: „Es ist immens wichtig, daß die Religionen sich an die neuen Gegebenheiten in Frankreich anpassen. Die großen Stadtrandgebiete sind religiöse Wüsten geworden. Das ist nicht gut, und deshalb halte ich Anpassungen des Gesetzes von 1905 für notwendig. Aber ich habe gesagt: Anpassungen kann man auf der Basis eines Konsenses vornehmen, und nur mit einem derartigen Konsens können wir Entwicklungen vorantreiben.


“Das Recht, sich zu Wort zu melden, müsse den Religionen im laizistischen Staat zugesichert werden."

„Die großen Religionen, auch der Islam (!?)in Frankreich, müssen sich auf ruhige Weise äußern, mit einer Botschaft der Liebe (!?) und des Friedens. Für mich ist es wichtig, dass sie das tun können.“

Der Großmeister des „Grand Orient de France“, Jean-Michel Quillardet, zeigte sich von Sarkozys Aussage schockiert. Seit gut 200 Jahren hat die Freimaurerei die französische Republik fest im Griff.

In einem Interview der Tageszeitung "Liberation" griff Quillardet daher das von Sarkozy vertretene Konzept einer "positiven Laizität" an. Es sei ein Bruch „mit der in Frankreich üblichen weltanschaulichen Neutralität des Staates.“

Nach dieser unverhohlenen Muskelspiel war der französische Präsident eilig mit Vertretern der Freimaurerei zusammengetroffen und als Ergebnis wurde festgehalten, daß der „Große Orient“ bei den Beratungen über die „Neujustierung des Gesetzes von 1905“ hinzugezogen und der antichristlichen Organisation ein Sendeplatz im öffentlichen Fernsehen zugestanden werde.

Jetzt hat sich Maurice Caillet, ein ehemaliger Meister vom Stuhl des Großen Orient zu Wort gemeldet. Maurice Callet war 15 Jahre Mitglied der Freimaurerei und klärt heute über ihre Ziele und Gefahren auf.

„In seiner Ausgabe vom 12. Januar berichtet Le Monde über ihren Besuch beim Großeb Orient von Frankreich am 8. Januar. Nach Worten des Großmeisters seien Sie auf dem Rückzug in bezug auf die von Ihnen gegebenen römischen Erklärungen. Er kündigte Ihre Einladung zu einer Logenversammlung und die Öffnung des Sender France 2 für die Freimaurerei an. Als Freund von Alain Bauer (ehemaliger Großmeister und ausgetretener Freimaurer) können Sie, Herr Präsident, nicht ignorieren, daß die Freimaurerei eine laizistische Auffassung zwischen dem Stadt und den Religionen vertritt. Damit verleugnet sie die christlichen Wurzeln Frankreichs und verachtet unbestreitbare historische Tatsachen. Sie können ebenfalls nicht ignorieren, daß die Freimaurerei keine Religion ist und sie deshalb keinen Platz am Tag des Herrn in unseren öffentlichen Sendern haben sollte. Sollten Sie das Buch „Das Zwielicht der Brüder“ von Alain Bauer kennen, wissen Sie, daß die Freimaurerei eine Lobbyorganisation ist, die sich in einem tiefgreifenden Verfall befindet und es deshalb nicht den geringsten Grund gibt, ihr gegenüber irgendwelche Konzessionen in bezug auf die von Ihnen in Rom geäußerten Auffassungen zu machen."

In Frankreich gehören der Loge ca. 144.000 Mitglieder an. Alain Bauer war von 2000 bis 2003 Großmeister, als er offiziell die Freimaurei verließ. Von ihm stammt der berühmte Satz: „Die Freimaurerei war die Kirche der Republik“.

Es ist Zeit eine andere „Laizität“ in Frankreich einzuführen. Die Trennung von Staat und Freimaurerei.