Über 500 000 Demonstranten für die Familie Drucken
Montag, den 03. Februar 2014 um 10:02 Uhr

In Paris waren es rund fünfhunderttausend, in Lyon rund vierzigtausend Demonstranten, die trotz z.T. massiver Behinderung durch die Behörden gegen die familienfeindliche Politik der sozialistischen Regierung in Frankreich protestierten. Hatten die regierenden Sozialisten und Kommunisten gehofft, nach der Verabschiedung des Taubira-Gesetzes im vergangenen Jahr werde der Protest in sich zusammenfallen, so sahen sie sich gestern getäuscht. Ganz im Gegenteil: der Protest weitet sich aus.

Sieben Kilometer lang war der Zug der überwiegend jungen Familien mit ihren Kindern. 420 Busse und 7 gecharterte Hochgeschwindigkeitszüge (TGV) hatten Teilnehmer aus der Provinz nach Paris gebracht. Wie im vergangenen Jahr auch, so fiel den pariser Nahverkehrsbetrieben urplötzlich auf, dass dringende Reparaturarbeiten zufälligerweise ausgerechnet an jener Metro-Strecke nötig waren, die am direktesten zum Startpunkt der Demonstration führte. Das Transportwesen ist allerdings in Paris so gut, dass eine Umfahrung der gesperrten Strecke relativ problemlos war.

Auch einige willkürliche Verhaftungen durch die Polizei konnten den Elan nicht mindern; die grundlos Verhafteten mussten sehr schnell wieder freigelassen werden.

Selbstverständlich verlief die Demonstration friedlich und gesittet, was man von linken Demonstrationen nun wirklich nicht sagen kann. Sie war gekennzeichnet von teils humorvollen, teils sehr ernsten Plakaten, Schildern, Kostümierungen: Neben den Mariannes, den Hommen wurde auch eine Gruppe „Gavroches“ gesehen, die Verkörperung des Pariser Gassenjungen aus Victor Hugos Roman „Les Misérables“... Ein Teil des Weges war zur „Schweigezone“ erklärt worden: schweigend gegen die regierenden Sozialisten und ihre zerstörerische Politik demonstrieren.

Als die ersten Teilnehmer am Zielort ankamen, waren die letzten am Startpunkt noch nicht aufgebrochen. Unter den Demonstrierenden waren auch zahlreiche Abgeordnete und Politiker konservativer Parteien. Wie panisch, wütend und verstört, allemal aber verständnislos französische Politiker der etablierten Parteien auf die ganz und gar demokratische und noch dazu absolut friedliche Kundgebung des Willens einer großen Mehrheit des Souveräns reagierten, zeigen einige Beispiele:

Die Sozialistin Ségolène Royale, eine der Ehemaligen des sozialistischen Republik-Präsidenten Hollande, äußerte sich: „Die Debatte über Gender stellt eine tiefgreifende Frage, jene nach der Verortung der Familie in Beziehung zur Schule. Eine Debatte, ohne sich zu beschimpfen.“

Mohamed Toubache-Ter, Mitglied des Regionalbüros der Jugendorganisation der „bürgerlich-konservativen“ Partei UMP: „Faschos und Homophobe auf den Straßen Frankreichs!! Ein kleiner linksextremer Terrorist würde das schon hinkriegen, unsere Straßen zu säubern!!“

Und der sozialistische Innenminister Manuel Valls, französischer Staatsangehöriger immerhin seit 1986 und wegen des von ihm befohlenen Einsatzes von Tränengas gegen Kinder, Frauen und Greise bei den Demonstrationen des letzten Jahres auch „Gas-Manuel“ genannt, verglich die aktuelle politische Lage Frankreichs mit derjenigen von 1930, als Frankreich von der Weltwirtschaftskrise schwer getroffen wurde und die Bürger sich extremen Parteien zuwandten. Dass dieser Vergleich von fast unüberbietbarer Ignoranz zeugt, wird allein dadurch deutlich, dass es bei den Demonstrationen schließlich nur in zweiter Linie um wirtschaftliche Anliegen (und zwar der Familien!!) ging. Hauptanliegen ist immer noch der Schutz der Familie, die Förderung der Familie, die immer noch die Keimzelle des Staates und die Grundlage der menschlichen Gesellschaft ist, auch wenn sozialistische und kommunistische Politik seit langen Jahrzehnten in trauter Eintracht an der Zerstörung der Familie arbeiten.

Wie abgehoben dieser sozialistische Innenminister ist, zeigt sich an der Fortsetzung des bereits gestern von uns angeführten Zitats. Dort sagt Valls: „Die Gemeinsamkeit mit den 1930er Jahren ist dieser Anti-Republikanismus und die in Wort und Tat gewalttätige Verachtung unserer Werte und Überzeugungen. Hinter alledem wird auf Frankreich, auf Frankreichs Ideal gezielt.“

Auch in anderen europäischen Städten gingen besorgte Bürger gegen die sozialistischen Zerstörungspläne auf die Straße. Größere Demonstrationen gab es in Madrid und Warschau, hierzu liegen uns jedoch keine Zahlenangaben vor.

Dass eine Demonstration von rund 500 000 Teilnehmern in den BRD-Medien (auch hier in trauter Eintracht!) verschwiegen wird, wundert inzwischen nicht. Dringendere Probleme als die Benachteiligung bis hin zur Zerstörung der Familien im sozialistischen Europa sind die Präsidentenwahl in Costa Rica, die gekauften Demonstrationen in Thailand oder die foot- und baseball-Ergebnisse in den USA.

Laut Umfrage glauben 77 % der Bürger in Frankreich den Medien kein einziges Wort mehr. In der BRD sind wir ganz offenbar noch nicht so weit. In Frankreich wehrt man sich gegen eine Politik, die ihre Ziele ganz offen gegen den erklärten Willen der Mehrheit durchsetzt. Man wehrt sich gegen Politiker, die sich in einem Ausmaß vom Volk, im demokratischen Verständnis also vom Souverän entfernt haben, wie man es möglicherweise seit der Zeit vor dem Ausbruch der Revolution von 1789 nicht mehr gesehen hat.

Dass die BRD-Medien sich (als sei es so verabredet!!) in weitestgehendes Schweigen hüllen, ist auch unter diesem Gesichtspunkt verständlich.

Amateurvideos der Demonstrationen hier, hier, hier und hier.

JV