Heute: SPD feiert 150 Jahre Sozialdemokratie Drucken
Donnerstag, den 23. Mai 2013 um 11:31 Uhr

Ich warne, bevor ich Anstoß habe, über Untreue und Widerstreben mich zu beklagen, vor dem Lose, welches herumtreibende Aufwiegler und Zeitschriften unter dem Scheine des Wohlwollens und unter Missbrauch von religiösen und sittlichen Denksprüchen dem großen Arbeiterstande zu bereiten bestrebt sind. Ihre Ernte wird beginnen, wenn sie durch falsche Verlockungen unwiederbringlich die Existenz Eures Standes untergraben haben werden; sie wollen den allgemeinen Untergang, um dann mit ihrem Einfluss im Trüben zu fischen...

Man erkundige sich nach der Vergangenheit dieser Apostel, nach ihrem häuslichen und sittlichen Lebenslauf. Die Geldbeiträge der Arbeiter für mündlichen und schriftlichen Skandal sind ihnen eine bequemere, angenehmere Beute, als reelle Arbeit bietet. (…).

Die Verfechter der neuen Lehre für Glückseligkeit der Völker werden sich aber auch nicht mit diesem bloßen Anfange der Umwälzung begnügen, sie werden weiter gehen von Stufe zu Stufe. Sie wollen keinen Thron, keine Regierung, keine Religion, kein Eigentum und kein Erbe, auch ebenso wenig Zucht, Scham und Sitte anerkennen und gelten lassen. Was Jahrhunderte an Gutem geschaffen, veredelt und geheiligt haben, soll vernichtet werden, und selbstverständlich geht das nicht ohne Feuer und Schwert. Was eine fleißige sparsame Familie, was eine Generation ehrlich erworben hat, soll der Faule, Liederliche sich aneignen dürfen und wenn er einmal seinen Theil verzehrt hat, so theilt er nachher wiederholt mit denjenigen, welche inzwischen durch Fleiß und Sparsamkeit wieder etwas erworben haben. (…).

Alfred Krupp an seine Arbeiter, Essen, 26.06.1872, (erster und zweiter Absatz);

Alfred Krupp: Ansprache an seine Arbeiter, 11.02.1877 („Ein Wort an meine Angehörigen“), beide in: W. Berdrow, Alfred Krupps Briefe 1826 – 1887, Berlin 1928

JV