Aus fremder Feder: Ungarn und die europäischen Freiheit Drucken
Montag, den 20. Februar 2012 um 12:40 Uhr

„Die Erinnerung geht zurück zu jenen Novembertagen 1956, als unser im Jahr 2004 verstorbener Freund Carl Gustaf Ströhm, der damals als junger Reporter in Ungarn arbeitete, unserem Tübinger Kreis täglich am Telefon über den Einmarsch der Sowjettruppen aus erster Hand berichtete.

 

In Ungarn waren damals die Vorhut im Kampf gegen die Sowjetunion in Osteuropa, der später dann auch die Polen und Tschechen folgten. 1989 waren es erneut die Ungarn, die als erste den Stacheldraht des Eisernen Vorhangs durchschnitten – als Ouvertüre des Sturzes des Sowjetsystems bald darauf.

 

Auch jetzt ist es wieder die Mehrheit dieser stolzen Nation, die gegen die Anmaßungen einer neuen Nomenklatura in Brüssel rebelliert, jetzt einer finanzkapitalistischen, die ihre linksliberal-„antifaschistischen“ Vorstellungen von Demokratie als die einzig verbindlichen durchsetzen will. (...)

 

Die Regierung Orban repräsentiert die Traditionen ihres Landes, die auch die besten Traditionen Europas sind. Ihr Konflikt mit der historisch in vielerlei Hinsicht blinden Brüsseler Kommission ist daher so symptomatisch: Anlaß genug, dem Volk der Stephanskrone unsere solidarischen Grüße zu senden in der Gemeinsamkeit der europäischen Geschichte und nicht zuletzt in der Erinnerung an 1956 und 1989.“

 

Prof. Dr. Klaus Hornung, Politikwissenschaftler an der Universität Hohenheim in der Wochenzeitung „Jungen Freiheit“, Nr. 8/12, Seite 2