Civitas Institut

Civitas diaboli – civitas hominis – civitas Dei PDF Drucken E-Mail
Montag, den 08. März 2010 um 00:00 Uhr

Der hl. Augustinus hat in seinem großen Werk die Geschichte der Menschheit als Verflechtung zweier Städte dargestellt, die eine gottorientiert bis hin zur Verachtung der Welt, die andere rein human orientiert bis hin zur Verachtung Gottes. Die eine ist in allem irdisch, die andere im Übergangsstadium irdisch und im Endziel himmlisch.

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Es muß allerdings bemerkt werden, daß die laut Augustinus für die irdische Stadt charakteristische Verachtung Gottes differenziert ist. Da gibt es Menschen, die bewußt handelnd, das himmlische Ziel aus ihrem Gesichtskreis entfernen und dagegen angehen, weil es dem irdischen Ziel des Menschengeschlechts zuwider ist. Diese Menschen formen jene Nationen, die heute die Kultur auf dem Atheismus gründen. Das ist die civitas diaboli des Augustinus im eigentlichen Sinne, die, auf Blut und Lügen errichtet, die Vernichtung des Christentums beabsichtigt.

 

Desweiteren gibt es Menschen – und sie sind vielleicht die größere Schar –, die das jenseitige Ziel zwar nicht bekämpfen, doch auch nicht danach trachten und die menschliche Gesellschaft in die Richtung einer absolut diesseitigen Vollkommenheit bewegen. Dabei handelt es sich um die civitas hominis, die die Mittelstellung zwischen den beiden anderen einnimmt.

 

Sie trennt das menschliche Wohl vom sittlich Guten ab, das Wohl der menschlichen Person vom Heil der Person. Sie richtet alles auf den weltlichen Fortschritt aus, indem die Herrschaft über die Erde als das Ziel des Menschen schlechthin angesehen wird.

 

Demgegenüber lehrt der Glaube, daß das Ziel schlechthin darin besteht, Gott zu dienen und sich Gottes zu erfreuen: „das ist der ganze Mensch“ (= der Mensch schlechthin) (Ecclesiastes 12,13).

 

Es sind also drei Städte vorhanden: eine, die sich dem transzendenten Ziel widmet und es mehr als alles begehrt; eine andere, die gegen es vorgeht und die Welt mehr als alles liebt; und schließlich eine, die es außer acht läßt. Auch gehen die drei ineinander über und schlagen ihren Kurs in oft ununterscheidbarer Weise ein.

 

Und sowohl die civitas homonis, an die sich die nachkonziliare Kirche wendet, um ihr die Weihe zu geben und von ihr entweiht zu werden, als auch die civitas diaboli, gegen die diese Kirche nur halbherzig einschreitet, betreibt eine Abkehr des Menschen von seiner Seele, proklamiert sie doch die Unabhängigkeit des Abhängigen.

 

Romano Amerio, Iota Unum. Eine Studie über die Veränderungen in der katholischen Kirche im XX. Jahrhundert, dt. Edition Kirchliche Umschau, 2000, S. 492f.

 

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