Civitas Institut

Brief an den Rat der Stadt Bern vom Hl. Nikolaus von Flüe. PDF Drucken E-Mail
Montag, den 17. März 2008 um 09:21 Uhr

nikolaus_von_flue.jpgAn die Ehrwürdigen [Ratsmitglieder]. Der Name Jesus sei Euer Gruss. Wir wünschen Euch viel Gutes und danken Euch für die Grosszügigkeit. Der Heilige Geist sei Euer letzter Lohn. Ich danke Euch aufrichtig und sehr für Eure freundliche Gabe, denn ich erkenne darin Eure väterliche Liebe, die mich hoch erfreut. Ihr sollt wissen, dass ich ein grosses Vergnügen an dieser Spende habe, ja auch, wenn sie nur halb so gross wäre. Um Eure Wohltat zu verdienen, werde ich mich gegenüber Gott und der Welt mit gutem Willen bemühen. Der Bote, den Ihr beauftragt habt, brachte mir die Spende sofort. Ich bitte Euch, lasst ihn bei Euch weiterhin empfohlen sein.

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Wegen dieser Wohltat möchte ich noch etwas schreiben. Gehorsam ist die grösste Ehre, die es im Himmel und auf der Erde gibt. Darum sollt Ihr darauf achten, dass Ihr aufeinander hört, dabei sei Euch die Weisheit das Allerliebste, denn mit ihr verläuft alles zum besten [alles wird gut]. Friede ist immer in Gott - Frid ist allwegen in Gott ... -, denn Gott ist der Friede. Friede kann nicht vernichtet werden, Unfriede aber wird zerstört. Darum sollt Ihr darauf bedacht sein, dass Ihr immer den Frieden im Auge behaltet, Witwen und Waisen in Schutz nehmt, wie Ihr es bisher getan habt. Und wenn jemand auf Erden erfolgreich ist, dann soll er dafür Gott gegenüber dankbar sein. So vermehrt er auch das Seine im Himmel. Die offensichtlichen Sünden soll man meiden und immer einstehen für die Gerechtigkeit. Ihr sollt auch das Leiden Gottes in Eurem Herzen tragen, denn es ist für den Menschen die grösste Sicherheit an seinem letzten Ende. Es gibt viele Menschen, die Glaubenszweifel haben. Der Teufel macht manche Versuchungen in Glaubensdingen, gerade und meistens bei solchem [zweifelndem] Glauben. Wir sollen aber nicht zweifeln, denn der Glaube ist vorgegeben. Dies schreibe ich Euch nicht, weil ich meinte, Ihr hättet nicht den rechten Glauben, ich zweifle nicht daran, dass Ihr gute Christen seid. Ich schreibe es Euch zur Erinnerung, damit Ihr ritterlich Widerstand leistet, denn der böse Geist gibt nicht auf. Um so mehr sei Gott mit Euch!


Datum von St. Barbara [4. Dezember] im Jahre 1482. Auf diesen Brief lass ich mein eigenes Siegel

setzen.

Ich, Bruder Klaus von Flüe
 

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