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„Sterbehilfe“: Bundestag entscheidet für Salamitaktik PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 06. November 2015 um 17:32 Uhr

Der Deutsche Bundestag hat einen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe verabschiedet der künftig die unterlassene Hilfeleistung bei einem Selbstmord nicht mehr unter Strafe stellt. Bisher war es bereits erlaubt, einem zum Selbstmord entschlossenen die Mittel in die Hand zu geben, mit denen er sich das Leben nehmen kann. Sollte er dann davon Gebrauch machen, war eine Person die davon Kenntnis erhielt verpflichtet, sofort den Notarzt zu rufen, weil sie sonst wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden konnte. Allerdings wurde dies seit vielen Jahren kaum noch praktiziert. Jetzt ist diese Praxis gesetzlich abgesichert worden.

Verboten wird mit dem neuen Gesetz die geschäftsmäßige oder auch nur organisierte Suzidbeihilfe. Hier war bisher eine Grauzone die nun geschlossen wurde. Dies kann dazu führen, dass ein Arzt, der zweimal oder dreimal einen Patienten beim Selbstmord assistiert, wegen organisierter Sterbehilfe verklagt wird. Das ärztliche Standesrecht verbietet ohnehin die Tötung auf Verlangen, aber wie wir alle wissen, spielt dieses Standesrecht kaum noch eine Rolle.

Das Grundproblem der gesamten Debatte ist die Vorstellung der „Autonomie des Menschen“, die bei allen Vorlagen für die Abstimmung im Mittelpunkt stand. Diese Vorstellung widerspricht nicht nur dem christlichen Menschenbild, sondern auch dem Naturrecht. Der Mensch hat sein Leben empfangen und ist nicht der autonome Herr (oder Frau…) seiner Entscheidungen über das Leben. Er ist verpflichtet, sein Leben und seine Gesundheit zu bewahren und hier liegt der Grund des Rechts auf Leben. Wenn man die Verpflichtung für die Erhaltung des Lebens streicht, dann streicht man das Recht auf Leben. Leider ist beides in Deutschland und der sogenannten westlichen Welt tägliche Praxis.

Das Problem hat seinen Anfang genommen mit einem Gesetz von 1871, nach dem erstmals der Selbstmord straffrei gestellt wurde. Das neue Gesetz des Bundestages hätte schlimmer ausfallen können. Es wurden erheblich weitergehende Anträge zur Abstimmung gestellt. Der Bundestag hat sich für die Salamitaktik entschieden. In einigen Jahren, da kann man sich sicher sein, wird das Recht auf Leben und die Pflicht, sein Leben zu bewahren, weiter ausgehöhlt bis hin zur Euthanasie, wie sie bereits in mehreren Nachbarländern an der Tagesordnung ist.

 

 

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