Civitas Institut

Familiensynode: Zwischenbericht ist eine Katastrophe PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 14. Oktober 2014 um 11:03 Uhr

Der Zwischenbericht der 11. Bischofssynode „Relatio post disceptationem“, vorgelegt vom Berichterstatter S.Em. Péter Card. Erdö (unser Bild) liegt bisher nicht in deutscher Sprache vor, es gibt lediglich Zusammenfassungen, die allerdings beunruhigend genug sind. Wir haben einige wesentliche Aussagen untersucht.

In einer vom Vatikanischen Pressesaal herausgegebenen, nicht autorisierten französischen Übersetzung heißt der Punkt 14 des Zwischenberichts (alle kursiv gesetzten Texte sind von uns ins Deutsche übertragen):

Jesus selbst bezieht sich auf den ursprünglichen Plan für das menschliche Paar und bestätigt die unauflösliche Verbindung zwischen Mann und Frau, bezieht dabei aber ein, dass „Moses euch wegen eurer Herzenshärte erlaubt hat, eure Frauen zu entlassen, doch von Anfang an war es nicht so“ (Mt. 19,8). Auf diese Weise zeigt Er, wie sehr das göttliche Entgegenkommen den Menschen auf seinem Weg begleitet und ihn auf sein Wesentliches hin orientiert, und das nicht ohne das Kreuz.

Es fällt ausgesprochen schwer, die verdrehte Argumentation dieses Textausschnitts nicht als Lächerlichmachung zu begreifen. Die Worte Christi werden von den Theologen, welche der Synode ihre Orientierung geben, ins Gegenteil verkehrt – und nicht nur das: der auf den zitierten folgende Vers lautet: „Ich sage euch: wer seine Frau entlässt – nicht gerechnet Begründung mit Unzucht – und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe.“ Man sieht leicht: die Worte Christi werden nicht nur verdreht, Christus wird von den Theologen sogar zensiert.

Wenn man auf diese Weise von einer eingeschränkten und speziellen Ausnahme des (im Neuen Testament sowieso aufgehobenen) mosaischen Gesetzes ausgeht und das „göttliche Entgegenkommen“ zum universalen und fortdauernden Prinzip erhebt, dann kann man auch gleich alles zulassen - und vorgeben, dieses im Namen des Evangeliums zu tun.

Die ganz große methodische Neuentdeckung ist es, Prinzipien des 2. vatikanischen Konzils über die Zugehörigkeit zur Kirche auf Fragen der Familie anzuwenden. Das 2. vatikanische Konzil hatte festgestellt, dass es verschiedene Grade der Einheit mit der Kirche gebe, und dass es in den nichtchristlichen Religionen positive Elemente gebe. Konsequenterweise schloss man nun daraus, es gebe also auch verschiedene Grade der Gemeinsamkeit mit der kirchlichen Moral. Das aber ist augenscheinlich ein Trugschluß, denn der Konzilstext spricht ausdrücklich von Menschen, die nicht katholisch sind, die außerhalb der Kirche stehen: jene, die außerhalb der Kirche stehen, haben nichtsdestotrotz ein Band der Gemeinsamkeit mit der Kirche (beispielsweise durch die bei Protestanten empfangene Taufe), und jene, die ohne direkte Bindung mit der Kirche sind, bewahren trotzdem Elemente der ursprünglichen Überlieferung.

Das hat natürlich mit dem Thema der Synode nichts zu tun, da die Synode sich an Katholiken richtet und Probleme in Augenschein nimmt, welche sich katholischen Familien stellen (schließlich verlangen nicht etwa buddhistische wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion).

Es ist abwegig und widersinnig, „positive Elemente in den unvollkommenen Formen“ anzuerkennen, „die sich außerhalb dieser ehelichen Wirklichkeit finden“ (Nr. 18), kurz bei Menschen, die sich Katholiken nennen und im Konkubinat leben.

Daher kommen die erschreckenden Entwicklungen, welche die Sünde - und also auch das Heil der Seelen – nach Gewinn und Verlust messen:

20. Eine spirituelle Unterscheidung ist also notwendig zwischen dem, was Partnerschaften und Zivilehe betrifft sowie den „wiederverheirateten“ Geschiedenen, und so soll die Kirche diese Semina Verbi außerhalb der sichtbaren und sakramentalen Grenzen anerkennen. Indem sie dem weiten Blick Christi folgt, dessen Licht jeden Menschen erleuchtet (vgl. Joh. 1,9; vgl. Gaudium et Spes, 22) wendet sich die Kirche mit Respekt jenen zu, welche an ihrem Leben auf eine unvollkommene und unvollständige Weise teilhaben; sie schätzt die positiven Werte, die sie bewahren, mehr als ihre Grenzen und Mängel.

50. Homosexuelle können mit ihren Gaben und Fähigkeiten die christliche Gemeinschaft bereichern: sind wir in der Lage, diese Menschen aufzunehmen und ihnen brüderlich Raum in unseren Gemeinden zu gewähren? Sie wünschen sich oft, auf eine Kirche zu treffen, die ein gastfreundliches Haus ist. Können unsere Gemeinden das sein und deren sexuelle Orientierung akzeptieren und wertschätzen, ohne die katholische Lehre über Ehe und Familie zu gefährden?

Ohne sie zu gefährden? Auch hier ist man versucht, an einen Scherz zu glauben – leider ist es keiner. Hier wird die Lehre nicht nur gefährdet: die Lehre Christi, die Lehre des heiligen Paulus, der sie in seinem Namen verkündete, wird hier ganz einfach zerschlagen.

Eine knappe deutsche Zusammenfassung dieses erschreckenden Papiers über das, was heutzutage auf Bischofssynoden überhaupt sagbar ist, findet man hier.

JV

 

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