Civitas Institut

Neue Familienpastoral der deutschen Bischöfe PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 07. Februar 2014 um 11:37 Uhr

Unter dem Titel „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung. Zusammenfassung der Antworten aus den deutschen (Erz-)Diözesen auf die Fragen im Vorbereitungsdokument für die III. Außerordentliche Vollversammlung der Bischofssynode 2014“ hat die Deutsche Bischofskonferenz zur Vorbereitung der außerordentlichen Bischofssynode in Rom in diesem Jahr neue Wege zur Vermittlung der kirchlichen Sexualmoral vorgelegt. Der Text umfasst zwanzig Seiten. Es scheint aber weniger darum zu gehen, die unveränderliche Lehre der Kirche den modernen Menschen nahezubringen, sondern diese Lehre selbst zu verändern und den Wünschen der Mehrheit anzupassen. Dabei hat die kirchliche Lehre, die im Einklang mit dem Naturrecht steht, den Zweck, den Menschen den Weg zum wahren Glück zu zeigen.

 

 

Das Dokument der DBK fasst die Ergebnisse aus den Fragebögen, die von den deutschen Bistümern z.T. im Internet verbreitet wurden folgendermaßen zusammen:

b) Wird die Lehre der Kirche dort, wo sie bekannt ist, ganz angenommen? Zeigen sich bei  ihrer Umsetzung in die Praxis Schwierigkeiten? Welche?

Die Lehre der Kirche wird dort, wo sie bekannt ist, meist nur selektiv angenommen. Die Idee  des sakramentalen Ehebundes, welche die Treue und Ausschließlichkeit der Ehepartner sowie  die Weitergabe des Lebens umfasst, wird von den Menschen, die sich kirchlich trauen lassen, normalerweise akzeptiert. Die meisten Gläubigen schließen ihre Ehe in der Perspektive und Hoffnung einer lebenslangen Verbindung. Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem  Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zu wiederverheirateten Geschiedenen und zur  Geburtenregelung finden hingegen kaum Akzeptanz oder werden überwiegend explizit abgelehnt.

Das katholische Familienbild wirkt auf viele zu idealistisch und lebensfern. Insbesondere die  Vorgaben der Kirche zur Sexualmoral und zur Familienplanung, welche nur die natürliche  Empfängnisregelung zulässt, sind nur für sehr wenige Paare relevant. Da nicht zuletzt auch der Zölibat von vielen als Ausdruck einer kritischen Grundhaltung der Kirche zur Sexualität  gedeutet wird, erschwert dies eine positive Vermittlung der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie.

Diese Feststellungen über die Situation der Gläubigen, oder sollte man besser sagen der Kirchensteuerzahler, sind zweifellos zutreffend. Ob an diesem Zustand die deutschen Bischöfe nicht zumindest zu einem erheblichen Teil Mitschuld tragen, sei dahingestellt; wir erinnern nur an die verhängnisvolle „Königsteiner Erklärung“ der deutschen Bischöfe, in der den Aussagen des kirchlichen Lehramtes zur Empfängnisverhütung (Papst Paul VI. Enzyklika Humanae vitae) widersprochen wurde, was bei vielen Gläubigen zu einer Ablehnung der kirchlichen Lehre geführt hat.

Dass diese Situation zu einer Änderung in der Vermittlung der kirchlichen Lehre führen muss, steht ebenfalls außer Zweifel. Doch es muss um die Vermittlung der kirchlichen Lehre gehen und nicht um deren Aufhebung. Die kirchliche Lehre ist nämlich nicht eine spezifisch katholische Lehre, sondern es sind die Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten die sich aus dem Wesen der menschlichen Natur ergeben. Niemand wird ernsthaft die Gesetze der Logik oder der Physik ändern wollen. Die Gesetze der menschlichen Natur, die moralischen Gesetze die sich auf den Menschen als freies Wesen, das über Vernunft und Willen verfügt, unterscheiden sich aber im Prinzip nicht von den Gesetzen der Logik oder der Grammatik.

Jedes Gesetz ist um eines Zieles oder Zweckes will da. Das gilt in besonderer Weise von den moralischen Gesetzen, zu denen auch die Gesetze der Sexualmoral gehören. Das letzte Ziel des Menschen ist das vollkommene Glück; nach diesem vollkommenen Glück sehnt sich der Mensch während seines gesamten Lebens und bei allem was er tut, strebt er letztlich nach diesem Glück. Dieses Glück aber findet er nur in Gott als dem absolut Guten. In diesem Leben kann es kein absolutes Glück geben, denn jedes irdische Glück ist endlich und vergänglich. Ein vollkommenes Glück muss aber unendlich sein. Dieses nie endende vollkommene Glück findet der Mensch in der Gegenwart Gottes, der uns zu diesem Zweck geschaffen hat, dass wir an Seiner Glückseligkeit teilhaben.

Die Sexualität des Menschen dient nun ganz offensichtlich in erster Linie nicht der Befriedigung des Sexualtriebes, sondern der Fortpflanzung. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Mensch nicht von den Bienen oder anderen Tieren. Die Fortpflanzung ist aber nur dann dem Endziel des Menschen dienlich, wenn sie in geordneten Bahnen verläuft, wenn sie zwischen Eheleuten geschieht, die sich trotz aller Schwierigkeiten treu bleiben und ihren Kindern in der Erziehung beistehen, damit auch diese Kinder ihr ewiges Ziel erreichen können. Dies ist alles andere als idealistisch; es ist die einzig wahrhaft realistische Vorstellung von der Familie. Idealistisch ist vielmehr eine Vorstellung die davon ausgeht, dass eine Beziehung stets von tiefen Gefühlen der Liebe und Zuneigung geprägt sein muss und wenn dies nicht mehr gegeben ist, man das „Recht“ auf einen Neuanfang hat.

Wie unglücklich sind Kinder, deren Eltern sich trennen? Wie sehr leiden die Ehepartner an einer Trennung? Wie sehr leiden die Angehörigen und Freunde, wenn sich Ehepartner trennen?

Die Empfängnisverhütung ist nun eindeutig gegen das Ziel der Ehe gerichtet und dies ist der Grund, warum sie dem Wesen des Menschen und dem Wesen der Ehe widerspricht und warum die Kirche die Empfängnisverhütung verbietet. Dieses Verbot beruht nicht auf einer „Sexualfeindlichkeit“ der Kirche, sondern auf der Liebe der Kirche, letztlich auf der Liebe Gottes zu den Menschen, die ihr ewiges Ziel erreichen sollen. Was dem Wesen der Grammatik oder Logik widerspricht, ist schädlich für die menschliche Sprache und Verständigung. Was dem Wesen der Ehe widerspricht, schadet der Ehe und damit den Ehepartnern und den Kindern.

Natürlich bedürfen diese kurzen Überlegungen einer weiteren Begründung und Klarstellung, für die das Internet nicht der richtige Ort ist. Eine neue Familienpastoral könnte sich aber diese Aufgabe zum Ziel setzen anstatt die Gesetze der menschlichen Natur dem Zeitgeist zu opfern.

 

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