Civitas Institut

Was in Frankreich abgeht, geht uns alle an PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 05. Februar 2014 um 16:47 Uhr

Wie berichtet, sind auch am vergangenen Wochenende hunderttausende unserer Nachbarn im Westen auf den Straßen gewesen, um ihrem Zorn gegen die regierenden Sozialisten und Kommunisten friedlich Luft zu machen. Es geht dabei nicht „nur“ um die Homo-“Ehe“, die ganze Angelegenheit ist vielschichtiger: es geht um den kompletten Umbau der Gesellschaft. Auch bei uns.

Die Regierung des sozialistischen Republikpräsidenten Hollande und seines Premierministers Ayrault hat vor, die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens gänzlich umzukrempeln. Das beginnt mit der Homo-“Ehe“, die im vergangenen Jahr trotz massivster Proteste von mehr als anderthalb Millionen Bürgern in Form des Taubira-Gesetzes mit der Mehrheit der linken bis linksextremen Parteien durch das Parlament gebracht wurde.

Weitere Projekte sind die künstliche Befruchtung für lesbische Paare und das Adoptionsrecht für Homosexuelle.

In der Schule soll ab dem Kindergarten (genau wie im grün-roten Baden-Württemberg) Sexualerziehung stattfinden. Diese richtet sich nach einer Anleitung, welche „Das ABCD der Gleichheit“ heißt. Zugleich wird eine Fülle indoktrinierender Bücher, Filme, Geschichten, Bilder usw. propagandistisch eingesetzt. Wer die zarten Proteste der letzten Tage in der BRD verfolgt hat, weiß, dass auch hier Ähnliches bis Gleiches geplant ist. In Frankreich ist es so weit, dass Eltern ihre Kinder demonstrativ einen Tag pro Monat aus der Schule heraushalten, um so still gegen diese Indoktrination mit Unnatürlichem und Unmoral zu protestieren.

Nun ist es nicht erstaunlich, dass in unseren beiden Ländern die Adepten der langsam abtretenden 68er-Generation all dieses durchsetzen wollen und sich dabei überhaupt nicht um den Protest der Betroffenen kümmern. Die Entfremdung der herrschenden Klasse vom Volk hat nicht nur in Frankreich Formen angenommen, die man eigentlich der Zeit der letzten Ludwigs in Frankreich zuschreiben würde.

Hier wie dort war es nach 1968 üblich, in der Lehrerausbildung (und später dann im Schulunterricht) die Wirklichkeit als veränderbar empfinden zu lassen. Gesellschaftliche Zustände seien nicht für immer zementiert. Das kann man so stehen lassen, es stimmt – und doch kommt es genau darauf an, was man als Veränderung und was als Voraussetzung für eben diese Veränderung annimmt.

Im trauten Verein mit dem marxistischen Menschenbild (das letztlich auf den Vorstellungen des vorrevolutionären französischen „Philosophen“ Rousseau beruht) sieht der Sozialismus den Menschen als ein Wesen an, das gewissermaßen als ein unbeschriebenes Blatt geboren wird. Alles Verhalten ist erst später erworbenes Verhalten, beeinflusst durch das gesellschaftliche Umfeld. Im Prinzip also wird der Mensch gut geboren und erst durch die Gesellschaft schlecht geprägt. So genüge es also, den Menschen vorurteilsfrei zu erziehen, um einen neuen Menschen zu schaffen. Alle totalitären Systeme wollen einen neuen Menschen schaffen, das eine den Arier, das andere den Sowjetmenschen, wieder ein anderes den sozialistischen Menschen.

Darum sind in beiden Ländern Medien und Schulen schon lange fest in sozialistischer Hand. Von jüngster Kindheit an sollen die Menschen umerzogen werden: unter dem Deckmantel einer Freiheit ohne Vorurteile soll zu absoluter, wertfreier Gleichheit erzogen werden.

Es liegt auf der Hand, dass hier in die gegebene Natur des Menschen eingegriffen wird. Wer die erschütternden Berichte der Kinder jener Protagonisten der 68er-Bewegung über eben ihre Kindheit liest, dem wird angst und bange: wie da zur „Überwindung“ der natürlichen Scham brutal in die Intimsphäre der Kinder eingebrochen wurde, das war und ist Seelenmord. Ein relativ harmloses Beispiel ist noch die ausgehängte Toilettentür, die noch nicht einmal die zweitintimsten Körperfunktionen als solche respektierte. Über all das findet genauso wenig eine öffentliche Diskussion statt wie über die pädophilen Verstrickungen der dunkelroten „Grünen“; es verschwindet irgendwo im nirgendwo, während die Vergehen einzelner Geistlicher der gesamten Kirche Gottes angelastet werden und gerade heute die UNO sich herausnimmt, der Kirche Verhaltensweisen und Änderungen ihrer Lehre („ihrer strengen Sexualmoral“) anzumahnen.

Alle Generationen vorher wussten, dass z.B. Kinder bis zu einem gewissen Alter überhaupt nichts mit erwachsener Sexualität anzufangen wissen; deshalb existiert in der Gesetzgebung zivilisierter Staaten ja auch ein Schutzalter, das die Kinder eben davor bewahren soll, mißbraucht zu werden. Dass nun in den Schulen selbst Anleitungen gegeben werden sollen, die reineweg Pornographie sind, das wäre den Generationen vor uns nicht möglich, nicht denkbar erschienen. In einer dieser Anleitungen sind männliche und weibliche Geschlechtsteile in Plüsch nachgebildet, und die Kinder sollen herausfinden, was man wo hineinstecken soll. Dieses ist noch ein recht „harmloses“ Beispiel.

Eine ganz wichtige Rolle in diesem menschenverachtenden und gesellschaftszerstörenden Vorhaben spielt die Gender-Ideologie, auf die wir bereits hingewiesen haben. Da sollen schon unschuldige Kinder im Kindergartenalter sich fragen, ob sie denn nun Junge, Mädchen, beides, nichts oder sonstwas sein könnten oder wollten, denn festgelegt sei ja nun einmal nichts: wir erinnern uns, das sind alles lediglich gesellschaftliche Konstrukte. Wie schnell diese Kinder dann nicht mehr unschuldig denken können, ist eindeutig.

Dass Ehe und Familie die Grundlage menschlichen Zusammenlebens sind, wird im Hirtenbrief der polnischen Bischöfe zum Fest der Heiligen Familie wieder deutlich hervorgehoben. Auch hier leisten die sozialistischen Regierungen ganze Arbeit, diese Grundlage nachhaltig zu zerstören: neben der Zulassung der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ (als einem Schritt zur Relativierung der eigentlichen Ehe) und der unsäglichen „Elter-1 und Elter-2“-Sprachregelung ist es in Frankreich neuerdings vorgeschrieben, dass Ehefrauen Post von Behörden grundsätzlich unter ihrem Mädchennamen bekommen: eine ganz offene Missachtung des Bundes zwischen zwei Menschen, die der sozialistisch regierte Staat da an den Tag legt. Und täuschen wir uns nicht: die in der BRD regierenden Sozialisten und (Krypto-)Kommunisten sind nur ein wenig geschickter. Das kommt alles auch auf uns zu, wenn nicht... Nun ja.

Die machtvollen Demonstrationen als Willensäußerungen des französischen Souveräns erschüttern die dortigen sozialistischen Machthaber durchaus. Sie sind enorm dünnhäutig und genervt, wenn sie nirgendwo erscheinen können, ohne nach wie vor von Empfangskommittees mit den Fahnen der Familienbewegung Manif pour tous (Demo für alle), von ihren Protest rufenden, pfeifenden Bürgern begrüßt zu werden. Wie berichtet wird, rastet der eine oder andere von ihnen verbal auch mal aus. Das hindert sie in ihrem sozialistischen Sendungsbewußtsein jedoch nicht, alles brutal durchzuziehen, was irgendwie möglich ist. Man soll nicht glauben, dass die neue Familiengesetzgebung nicht demnächst wieder auf dem Tapet liegt; es ist nur eine Frage der Zeit. Und der Sozialismus ist überzeugt, genügend Zeit für die untergründige Wühlarbeit zur Durchsetzung seiner Ziele zu haben (man denke z.B. an die flächendeckende Durchsetzung der Gesamtschule in den sozialistisch regierten Ländern der BRD - sie war anfänglich völlig ungewollt und erzielt auch nach wie vor wesentlich schlechtere Ergebnisse als das traditionelle Schulwesen. Im Sinne der sozialistischen Gleichheit ist sie nun die „Schule für alle“, die nicht auf leistungsfähigere Privatschulen fliehen können). „Gender gibt es, und wir werden es unterrichten“, sagt die zuständige französische Ministerin öffentlich. Dass der Souverän, das Volk, das nicht will, ist irrelevant. Notfalls wird eben die mediale Propaganda noch mehr angekurbelt. Und das wiederum ist absolut typisch für diese Oligarchen, und das gilt nicht nur für diesen Bereich, und das gilt schon gar nicht nur für Frankreich.

Anscheinend haben unsere Nachbarn mehr Erfahrung im Umgang mit Umwälzungen. Kleinere und größere Streiks in Frühjahr und Herbst gehören dort gewissermaßen zur geschützten Folklore. Wenn sie nun so massiv auf die Straße gehen, wenn eine wirkliche und immer mehr um sich greifende Bewegung wächst, dann liegt mehr vor als irgendeine nicht gewollte, kleine Veränderung. Die Franzosen spüren und wissen, dass es um ihre Identität geht, dass ihre traditionelle Art, zu leben, massiv geändert bzw. abgeschafft werden soll. Ihnen wird bzw. ist überdeutlich, daß der Staat sich in Dinge einmischen will, die nur die Familie angehen, vor allem aber in die Erziehung der eigenen Kinder nach den Prinzipien, die man für richtig erfunden hat.Und daraus ergibt sich eine Rückbesinnung auf eben diese Lebensweise und Identität, daraus ergibt sich die Hoffnung, dass Lebensweise und Identität, dass die Natur des Menschen sich letztlich gegen Menschenversuche und umerzieherische Experimente durchsetzt.

In Frankreich. Auch anderswo? Wir bleiben skeptisch interessiert, meinen aber, dass es „anderswo“ noch viel zuviel Ablenkung verschiedenster Art gibt. Und dass man „anderswo“ noch viel zu vertrauensselig zu vieles glaubt, was aus Lautsprechern und von Bildschirmen tropft. Noch? Noch.

JV

 

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