Civitas Institut

Neujahrswünsche für das Vaterland PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 02. Januar 2014 um 10:42 Uhr

Montag nachmittags, 30. November 2013. Totenmesse in einem kleinen bretonischen Dorf. Die Kirche ist viel zu klein für hunderte von Menschen, die aus Freundschaft, aber auch aus Dankbarkeit gekommen sind. Beerdigt wird eine noch junge Frau, viel zu jung: sie ist noch keine 50 Jahre alt, hinterlässt ihren Mann und acht Kinder und die Erinnerung an ein ganz normales Leben als Familienmutter... Außergewöhnlich jedoch in dem, was sie vollbracht hat, außergewöhnlich in ihrer Bedeutung, außergewöhnlich in dem, was sie uns über Frankreich sagt in diesem Jahr des Herrn, das nun zu Ende geht und in diesem neuen Jahr, welches sich schon so schlecht ankündigt.

 

Sie hat den Kampf gegen jene „lange Krankheit“ verloren, die sie vor Monaten schon getroffen hat. Sie hat sie nicht nur erlitten, sondern angenommen, auf sich genommen, aufgeopfert. So viele haben auf ihre Heilung gehofft, haben dafür gebetet... Es gab jedoch keine Heilung, sie musste den Kelch bis zur Neige trinken.. Warum?

Warum dieses Geheimnis von Schmerz und Leid, warum dieses abrupt beendete Leben, warum diese gegen ihren Willen auseinandergebrochene Familie? Die trotzdem vereint bleibt in der unsichtbaren Gegenwart derer, die gehen musste?

Warum? Vor diesem Geheimnis des Übels kann man sich nur verneigen, ebenso wie vor Golgotha.

Wofür? Dafür, dass Frankreich, dass die Christenheit wieder aufersteht!

An diesem regnerischen und windigen Tag des 30. November hat der Regen während der Messe aufgehört, und ein wunderschöner Sonnenuntergang hat die Beerdigung begleitet, die Beerdigung jener Frau, von der alle sagten, sie sei selber leuchtend, lustig und fröhlich gewesen. Jene Frau, deren Geschichte jenes „wohlerzogene Frankreich“ verkörpert, welches sich gegen die Kultur des Todes und den Zugriff des Bösen erhebt und aufsteht.

Denn auf genau diese soliden, edelmütigen und fruchtbaren Familien wie die ihre stützt sich die Nation und kann werden, wieder werden, was sie eigentlich ist, nämlich die älteste Tochter der Kirche, untrennbar christlich und französisch, welches auch immer die Widrigkeiten der Zeitläufte seien.

Um diese Familien herum entstehen lebendige Gemeinschaften im Widerstand: Pfarreien, Schulen, Netzwerke, Klöster, Seminare... Buchhandlungen, Verlage, Zeitungen... Alle diese Orte, an denen die wirkliche Kultur bewahrt und weitergegeben wird und Raum gewinnt. Wie eine unsichtbare Vernetzung durchziehen sie Frankreich, und allein durch ihre Existenz errichten sie das Wahre, das Gute und das Schöne neu, indem sie zuerst die Ruinen der allgemeinen und öffentlichen Apostasie hinwegfegen.

Erste Lehre daraus: wenn die Familie die Keimzelle der Gesellschaft ist, dann kommt durch sie das Heil, und nicht durch die Wahlurnen, so wichtig wie das politische Umfeld auch ist. Und also muss die Politik zuallererst das stärken und stützen, was die Freiheit, die Verantwortlichkeit und die vielfältige Fruchtbarkeit der Familien bewahrt, erhält und stärkt.

Und das ist die zweite Lehre aus dem Leben dieser Widerständlerin und Wächterin, eine Lehre, welche sich in den klaren Blicken der dutzenden und aberdutzenden Kinder widerspiegelte, die sich unter die Orgelbühne jener kleinen bretonischen Kirche zu diesem letzten à Dieu („hin zu Gott“) drängten: sie grüßten jene, die mit einer unglaublichen Energie, einem unerschütterlichen Edelmut eine kleine, vom Staat völlig unabhängige und blühende Privatschule geschaffen hat, in welcher zuerst Gott gedient wird, und mit ihm dem Verstand. Ohne Zweifel ahnen die Kinder noch nichts von der ungeheuren Größe dieses Geschenks und auch nichts von seiner Bedeutung für die Zukunft. Ihre Eltern aber wissen Bescheid...

Das ist der wirkliche Kampf „gegen das System“, eine der großen Hoffnungen für die Zukunft...

Dritte Lehre: die im traditionellen Ritus zelebrierte Totenmesse hat es der Jugend der Kirche ermöglicht, in einem Dorf Einzug zu halten, das von der religiösen Verwüstung gebeutelt ist: zwei Priester für fünfzehn große Kirchen. Und hier waren nun zahlreiche junge Priester, Seminaristen aus dem Umfeld der blühenden örtlichen „Kapelle“, auch sie getragen vom Geist des Widerstandes und dem ersten Platz, den Gott in ihren Familien einnimmt. Und auch das ist eine weitere Lektion in Hoffnung.

Vierte Lektion: der Edelmut und die Fruchtbarkeit der menschlichen Werke sind nichts wert, wenn sie ihr eigentliches Ziel aus den Augen verlieren, und dieses Ziel liegt eben nicht hier unten. Sie erblühen dort, wo Opfer und Geschenk sind, das Geschenk des Lebens und auch die Hingabe des eigenen Lebens. Wie soll man eines Tages die Rolle einschätzen, die jene aufgeopferten Leben gespielt haben, jenes stille Leiden für das Fortleben Frankreichs und der Christenheit? Frankreich wird „mit der Nase im Staub liegen“, hatte Marthe Robin gesagt. Und Pater Finet berichtet, dass sie hinzufügte: „Es wird nichts mehr geben. Aber in all seiner hilflosen Bedrängnis wird es sich an Gott erinnern. Und dann wird Frankreich zu ihm rufen, und die Muttergottes wird es retten.“

Muß Frankreich wirklich erst am Boden liegen, bis es sich endlich niederkniet? Dort allerdings liegt seine Rettung, und daran kann ein jeder arbeiten, selbst die Kleinsten.

Das ist die große Hoffnung für 2014, Gott schenkt sie uns mit der Gewissheit, dass seine Gnade immer überreich ist.

Wir wollen sie unseren „Wächtern“ anvertrauen und allen denen, die in die Ewigkeit eingegangen sind, nachdem sie sich mit ihrem ganzen Sein der tödlichen Apostasie entgegengestellt haben.

 

Wir haben diesen Artikel von Jeanne Smits (hier ihr Blog) übersetzt und eingestellt, weil Frankreich und Deutschland vor weitestgehend identischen Problemen stehen, deren Lösung deshalb auch weitestgehend identisch sein wird bzw. muss. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage in Frankreich ist allerdings so zugespitzt, dass die Entwicklung wesentlich weiter fortgeschritten ist als in Deutschland. Nach wie vor stehen u.a. die im Artikel angesprochenen „Wächter“ vor öffentlichen Gebäuden, um mutig gegen die Zerstörung der Grundlagen unserer Gesellschaft zu protestieren. Nach wie vor werden Mitglieder der Regierung von „Empfangskommittees“ begrüßt, wo immer sie ich öffentlich zeigen.

Das Verschweigen der massenhaften Ablehnung der aktuellen Politik der sozialistisch-kommunistischen Regierung Hollande in den französischen und sowieso in den deutschen Medien kann daran nichts ändern, und die Versuche Hollandes, sein völlig ramponiertes Ansehen durch die allen Franzosen gemeinsame Erinnerung an den Krieg von 1914-1918 aufzupolieren (er will die Franzosen durch dieses Gedenken hinter sich scharen) wirkt nur noch lächerlich.

Sicherlich sind die Gegebenheiten in Deutschland und Frankreich unterschiedlich. Die Probleme allerdings sind dieselben, und sie erfordern dieselben Lösungen. Dass hier an erster Stelle eine völlig neue Familienpolitik stehen muss, eine Rückbesinnung auf alles das, was noch vor gar nicht langer Zeit eine banale Selbstverständlichkeit war, ist ganz eindeutig.

Der Kultur des Todes, die auch in Deutschland herrscht, muss ganz offensiv die Kultur des Lebens entgegengestellt werden.

In diesem Sinne empfehlen wir die Lektüre der Lehre der Kirche über dieses Thema.

(Übers. und Kommentar: JV)

 

Zeitschrift

Newsletter

Aktuell online

Wir haben 8 Gäste online

Termine


Aktuell stehen keine Termine an.

PayPal-Spende

Jedes Engagement, jede Aktion hat auch eine finanzielle Seite, die unsere Einsatzmöglichkeiten begrenzt. Um uns zu helfen, unsere Ausstrahlung zu vergrößern oder unseren Einsatz zu vervielfältigen benötigen wir Ihre finanzielle Unterstützung.
Herzlichen Dank für Ihre Spenden!