Civitas Institut

Die Fratze des Tugendstaates PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 18. Dezember 2013 um 00:10 Uhr

Sein Name ist untrennbar und unauslöschlich mit dem Terror jener sogenannt französischen Revolution verbunden, die nach der offiziellen Geschichtsschreibung am Beginn „unserer“ Neuzeit steht: Maximilian Robespierre ist verantwortlich für hunderttausende Opfer eines Staates, der die „Tugend“, das Wohlverhalten seiner Bürger, mit roher, nackter und brutaler Gewalt durchsetzen wollte. Ein weltweit anerkannter Spezialist hat nun das Gesicht des Massenmörders rekonstruiert.

Das Gesicht ist der Spiegel der Seele, wussten die alten Römer, und Schiller ging noch weiter: es sei der Geist, der sich den Körper baue, schrieb er. Maximilian Robespierres Gesicht bestätigt das vollkommen.

Robespierre wurde "der Unbestechliche" genannt; von Leidenschaften oder Schwächen weiß man nicht.

Die noch nicht einmal scheinlegale Ermordung des Königs Ludwig XVI. forderte und begründete er mit den Worten: „Es ist besser, wenn ein Mann für das Volk stirbt, als wenn das Volk für einen Mann stirbt“ - das ist die Logik eines Mannes, für den Recht und Gerechtigkeit auf dem Wege zur Durchsetzung seiner als richtig empfundenen Ziele überhaupt nichts zählen: das ist die Moral und Ethik des Gutmenschen, der sich zu allem legitimiert glaubt, weil seine Ziele doch gut sind.

Dieser Mann ist verantwortlich für die Greuel der Terrorjahre der sogenannt Französischen Revolution, die nach der offiziellen Geschichtsschreibung am Beginn „unserer“ Neuzeit steht. Sie war zunächst einmal eben nicht Befreiung, Demokratie und Dezimalsystem, sondern hunderttausendfacher Mord an Gegnern, oft an einfachen Bürgern, die sich irgendwie falsch verhielten, denunziert wurden und hingerichtet wurden. Unter seiner und seines „Wohlfahrtsausschusses“ (ja: schon so früh sprach die Revolution Orwells „Neusprech“!) Herrschaft gab es vor den Gerichten nur Freispruch oder Todesstrafe. Da die Gefängnisse in Paris die vielen Gefangenen im Februar 1794 nicht mehr fassen konnten, wurden Gefangene einfach massenweise abgeschlachtet. Ansonsten sorgte „Madame Egalité“, die Guillotine, für den Tod von bis zu 40 000 Menschen allein in Paris, allein in der Zeit von Mitte 1793 bis Mitte 1794.

Auf dem wunderschönen Fluss Loire wurden hunderte Menschen auf Schiffen mit Spezialeinrichtungen regelrecht ersäuft; das nannten die Revolutionäre dann „baignades“, Bäder, und der Revolutionsgeneral Westermann schrieb an Robespierre nach Paris: „Welch ein revolutionärer Fluss ist doch die Loire!“

Zwar wehrt sich die Linke Frankreichs erheblich, es zuzugeben, und doch: in der katholischen Vendée ist zu dieser Zeit ein Völkermord begangen worden, der in der relativ kurzen Zeit seiner Dauer hochgerechnet mehr Opfer gefordert hat als der zweite Weltkrieg, von den 200 Jahren Kreuzzüge, die immer wieder gern angeführt werden, ganz zu schweigen. Besondere Spezialität der Revolutionäre war hier das Zerquetschen (auch schwangerer Frauen) in Weinkeltern.

Geschwiegen wird auch über die ungezählten mörderischen Grausamkeiten gegenüber Priestern und Nonnen, die sich aller Art von Schmähung selbst noch in ihrer Todesstunde ausgesetzt sahen. Hunderte und aberhunderte von Priestern starben auf völlig überfüllten Schiffen oder in der Verbannung auf der Insel Ré.

Robespierre steht in derselben Reihe wie seine späteren Kollegen vor allem aus dem vergangenen Jahrhundert. Das wird verschwiegen, war seine Sache doch, wie bereits gesagt, eine gute Sache. Und da die Sache gut war, gilt eben das, was die Franzosen so als Sprichwort sagen: Wer ein Omelette machen will, muss Eier zerschlagen. In den Geschichtsbüchern jedenfalls kommt er in diesem Sinne noch heute sehr gut davon, wie eben auch jene entsetzliche Zeit eben nur eine berechtigte Wutreaktion auf die Unterdrückung war.

Robespierre selbst starb mit 36 Jahren auf der Guillotine, nachdem ein Selbstmordversuch mit der Pistole scheiterte; tagelang litt er, der das Leiden so vieler verursacht hatte, entsetzlich, weil er sich den Unterkiefer zerschossen hatte.

Das Gesicht als Spiegel der Seele: aus Gründen des Copyrights können wir das Bild des rekonstruierten Gesichts Robespierres nicht zeigen. Man kann es hier sehen.

Philipp Froesch ist jener weltweit anerkannte Experte, der das Gesicht nach der von Marie Groshals, der späteren Madame Tussaud, genommenen Totenmaske Robespierres rekonstruiert hat: ein von Pockennarben entstelltes Gesicht mit einem harten, eiskalten Blick. Ohne Frage: dieser Mann macht(e) Angst. Wenn man es richtig überlegt, tut er das noch heute.

JV

Das Civitas-Institut beginnt im nächsten Jahr mit der Herausgabe einer Serie von Sonderheften, welche wenig bekannte Aspekte der Geschichte behandeln werden. Das erste Heft dieser Reihe behandelt die meist unbekannten Seiten der sogenannt französischen Revolution. Geplant sind unter anderem Hefte zu den Themen Reformation, Kulturkampf, Mittelalter-Legenden, politische Theorien u.a.m

 

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