Civitas Institut

25 Jahre Bischofweihen: Offizielle Stellungnahme der Bischöfe der Piusbruderschaft PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 30. Juni 2013 um 14:21 Uhr

1- Aus Anlaß des 25. Jahrestages ihrer Weihe legen die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. Wert darauf, feierlich ihre Dankbarkeit Mgr. Marcel Lefebvre und Mgr. Antonio de Castro Mayer gegenüber zum Ausdruck zu bringen für den heldenhaften Akt des 30. Juni 1988, den zu setzen sie sich nicht fürchteten. In besonderer Weise wollen sie ihre kindliche Dankbarkeit ihrem verehrtem Gründer gegenüber hervorheben, der nach so vielen Jahren, in denen er im Dienst des Papstes und der Kirche gestanden hat, nicht zögerte, für die Rettung des Glaubens und des katholischen Priestertums die ungerechte Anklage des Ungehorsams auf sich zu nehmen.

2- Im Brief, den er vor den Bischofsweihen an uns gerichtet hat, schrieb er: „Ich beschwöre Sie, dem Stuhl Petri und der römischen Kirche, der Mater et Magistra aller Kirchen, fest verbunden zu bleiben, und zwar im integralen katholischen Glauben, der in den Glaubensbekenntnissen und im Katechismus des Konzils von Trient ausgesprochen ist, in Übereinstimmung mit dem, was Sie in ihrem Seminar gelehrt worden sind. Bleiben Sie in der Übermittlung dieses Glaubens treu, auf dass uns das Reich unseres Herrn zukomme.“ Dieser Satz drückt genau den tiefen Grund für die Handlung aus, die zu vollziehen er beabsichtigte: „Auf dass uns das Reich unseres Herrn zukomme“, adveniat regnum tuum!

3- Nach dem Vorbild von Erzbischof Lefebvre stellen wir heraus, dass die Ursache der schwerwiegenden Irrtümer, die gegenwärtig die Kirche zerstören, nicht so sehr in einer schlechten Interpretation der Konzilstexte liegen – eine „Hermeneutik des Bruches“ steht angeblich im Gegensatz zu einer „Hermeneutik der Reform in der Kontinuität“, – sondern in den Texten selbst aufgrund der unerhörten Ausrichtung, die durch das 2. Vatikanum in die Wege geleitet worden ist. Diese Ausrichtung offenbart sich in seinen Dokumenten und in seinem Geist: Angesichts des „laizistischen und weltlichen Humanismus“, angesichts der „Religion (denn es ist eine) des Menschen, der sich zu Gott macht“, wollte die Kirche, die einzige Inhaberin der Offenbarung Gottes, der Mensch geworden ist, ihren neuen Humanismus erkennen lassen, indem sie der modernen Welt sagte: „Auch wir haben, mehr als jeder andere, den Kult des Menschen“ (Paul VI., Abschlussrede am 7. Dezember 1965). Nun aber steht dieses Nebeneinander des Kultes Gottes und des Kultes des Menschen in radikalem Gegensatz zum katholischen Glauben, der uns dazu anhält, dem einen wahren Gott und seinem eingeborenen Sohn den höchsten Kult zu erweisen und dessen ausschließliche Oberherrschaft anzuerkennen – Jesus Christus, in dem die ganze Fülle der Gottheit wesenhaft wohnt (Kol 2,9).

4- Wir sehen uns genötigt festzustellen, dass dieses atypische Konzil, das nur pastoral, nicht dogmatisch sein wollte, eine neue Art des Lehramtes eingeführt hat, die bis dahin in der Kirche unbekannt war und keine Wurzel in der Tradition kennt; ein Lehramt, das danach trachtet, die katholische Lehre mit den liberalen Ideen zu versöhnen; ein Lehramt, das durchdrungen ist von den modernistischen Grundsätzen des Subjektivismus, der Immanenz und der beständigen Entwicklung gemäß der falschen Auffassung der lebendigen Tradition. Diese verfälscht das Wesen, den Inhalt, die Rolle und die Ausübung des kirchlichen Lehramtes.

5- In der Folge ist die Herrschaft Christi nicht mehr wahre Sorge der kirchlichen Autoritäten, obwohl die Worte des Herrn: „Alle Gewalt ist mir gegeben im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18) eine absolute Wahrheit und Wirklichkeit bleiben. Sie in der Anwendung zu leugnen, läuft darauf hinaus, die Gottheit unseres Herrn nicht mehr anzuerkennen. Und so wird aufgrund des Konzils die Königsherrschaft Christi über die menschliche Gesellschaft verkannt und sogar bekämpft. Die Kirche ist von diesem liberalen Geist erfasst, der besonders offen in der Religionsfreiheit, dem Ökumenismus, der Kollegialität und der neuen Messe zutage tritt.

6- Die Religionsfreiheit, wie sie Dignitatis humanae darlegt und ihre praktische Anwendung seit 50 Jahren führen logischerweise dazu, den menschgewordenen Gott aufzufordern, darauf zu verzichten, über die Menschen, die sich zu Gott machen, zu regieren. Und dies heißt nichts anderes als Christus aufzulösen. Anstelle einer Haltung, die von einem kernigen Glauben an die wirkliche Macht unseres Herrn Jesus Christus getragen ist, sehen wir eine Kirche, die sich in schändlicher Weise von der menschlichen Klugheit leiten lässt, und die so sehr an sich selbst zweifelt, dass sie von den Staaten nicht mehr verlangt, als was die Freimaurerlogen ihr zugestehen wollen: das gemeine Recht, inmitten der anderen Religionen, mit denen sie sich auf die gleiche Stufe stellt und die sie nicht mehr als falsch zu bezeichnen wagt.

7- Im Namen eines allgegenwärtigen Ökumenismus (Untitatis redintegratio) und eines nichtigen interreligiösen Dialogs (Nostra Aetate) wird die Wahrheit über die einzige Kirche verschwiegen. Ein großer Teil der Hirten und der Gläubigen sehen in unserem Herrn und in der katholischen Kirche nicht mehr den einzigen Weg des Heiles. Daher haben viele es aufgegeben, die Anhänger der falschen Religionen zu bekehren und lassen sie in der Unwissenheit über die einzige Wahrheit. Dieser Ökumenismus hat so den missionarischen Geist durch die Suche nach einer falschen Einheit wortwörtlich getötet. Er hat die Sendung der Kirche allzu oft auf die Verkündigung der Botschaft eines rein innerweltlichen Friedens und einer mitmenschlichen Rolle zur Linderung des Elends in der Welt beschränkt und sich so ins Schlepptau der internationalen Organisationen nehmen lassen.

8- Die Schwächung des Glaubens an die Gottheit unseres Herrn begünstigt eine Auflösung der Autorität in der Kirche und führt in diese einen kollegialen, demokratischen und von der Gleichheitsideologie angehauchten Geist ein (vgl. Lumen gentium). Christus ist nicht mehr das Haupt, von dem alles ausgeht, in besonderer Weise die Ausübung der Autorität. Der Oberste Hirte, der nicht mehr die Fülle der Autorität wirksam ausübt, und die Bischöfe, die entgegen der Lehre des 1. Vatikanums glauben, gewohnheitsmäßig die Fülle der obersten Gewalt kollegial ausüben zu können, sind mit den Priestern ganz Ohr für das „Volk Gottes“, dem neuen Herrscher, und folgen ihm. Es ist dies die Zerstörung der Autorität und folglich der Niedergang der christlichen Heilseinrichtungen: der Familien, der Seminare, der Ordensinstitute.

9- Die neue Messe, die 1969 in Kraft gesetzt worden ist, mindert das Ins-Licht-Rücken der Herrschaft Christi durch das Kreuz („Regnavit a ligno Deus“). In der Tat verwischt und verdunkelt ihr Ritus den Opfer- und Sühnegedanken des eucharistischen Opfers. Dahinter verborgen steht in diesem Ritus die neue und falsche Theorie des Ostergeheimnisses (Mysterium pascalis). Beides zerstört die katholische Spiritualität, die auf dem Opfer unseres Herrn auf Kalvaria begründet ist. Diese Messe ist von einem ökumenischen und protestantischen, demokratischen und humanistischen Geist durchdrungen, der das Opfer des Kreuzes zum Verschwinden bringt. Sie stellt die neue Auffassung des „allgemeinen Priestertums aller Getauften“ dar, welches das sakramentale Priestertum des Priesters auflöst.

10- 50 Jahre sind seit dem Konzil vergangen. Aber dieselben Ursachen bestehen immer noch und bringen die gleichen Wirkungen hervor. So behalten die Bischofskonsekrationen auch heute ihre volle Rechtfertigung. Es ist die Liebe zur Kirche, die Erzbischof Lefebvre geleitet hat und die seine Söhne leitet. Es ist dasselbe Verlangen, „das katholische Priestertum in der ungetrübten Reinheit der Lehre und in seiner grenzenlosen missionarischen Liebe weiterzugeben“ (Mgr. Lefebvre, Geistlicher Wegweiser), welches die Priesterbruderschaft St. Pius X. im Dienst der Kirche beseelt, wenn sie die römischen Autoritäten mit Nachdruck darum bittet, den Schatz der lehrmäßigen, moralischen und liturgischen Tradition wieder aufzugreifen.

11- Diese Liebe zur Kirche erklärt die Regel, die Erzbischof Lefebvre immer beobachtet hat: der göttlichen Vorsehung in allen Umständen zu folgen, ohne sich jemals zu erlauben, ihr vorzugreifen. Auch wir wollen es so halten: Sei es, dass Rom bald zur Tradition und zum Glauben aller Zeiten zurückkehrt, was die Ordnung in der Kirche wieder herstellen wird; sei es, dass Rom uns ausdrücklich das Recht zuerkennt, den Glauben in seiner Ganzheit zu bekennen und die ihm widerstreitenden Irrtümer zu verwerfen, mit dem Recht und der Pflicht, uns den Irrtümern und ihren Begünstigern öffentlich entgegenzustellen, wer immer sie auch sein mögen; dies wäre in der Tat ein Beginn der Wiederaufrichtung der Ordnung. Im Harren darauf fahren wir angesichts dieser Krise, welche in der Kirche weiter ihre Verwüstungen anrichtet, in der Verteidigung des katholischen Glaubens fort. Dabei bleibt unsere Hoffnung unerschütterlich, denn wir wissen aus sicherem Glauben heraus, dass „die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden“ (Mt 16,18).

12- Wir sind fest entschlossen, der ausdrücklichen Aufforderung unseres geliebten und verehrten Vaters im Bischofsamt zu folgen: „Meine lieben Freunde, seien Sie mein Trost in Christus Jesus, bleiben Sie fest im Glauben, treu dem wahren Messopfer, dem wahren und heiligen Priestertum unsres Herrn zum Triumph und zur Ehre Jesu im Himmel und auf der Erde“ (Brief an die Bischöfe). Möge der dreifaltige Gott durch die Fürsprache des unbefleckten Herzens Mariens uns die Gnade der Treue im Bischofsamt gewähren, das wir empfangen haben und das wir ausüben wollen zum Ruhme Gottes, für den Triumph der Kirche und das Heil der Seelen.

Ecône, den 27. Juni 2013, am Fest Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe

Mgr. Bernard Fellay

Mgr. Bernard Tissier de Mallerais

Mgr. Alfonso de Galarreta

 

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