Civitas Institut

Über die „Aufstände“ in der Türkei PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 13. Juni 2013 um 16:46 Uhr

Die Berichterstattung und die Kommentare in den BRD-Qualitätsmedien über die Vorgänge in der Türkei sind kindischer und einfältiger als alles, was man bisher in diesem Bereich erlebt hat. Da bejubelt man die Protestler auf dem Taksim-Platz, und man wundert sich, dass die Regierung Erdogan unter Missachtung der Demokratie dem Protest nicht nachgibt.

Als ob wir nicht gerade eben eine „demokratische“, sozialistische Regierung erlebt hätten, die in unserem Nachbarland nicht etwa nur einigen tausend Protestlern nicht nachgegeben hat: jenseits des Rheins waren es Millionen.

Und dann entrüstet man sich in Berichten und Kommentaren über den Einsatz von Tränengas, um die Demonstranten zu vertreiben – ein sicheres Zeichen für eine schreckliche Diktatur und so nebenher auch das Ende des Honigmonds mit den „moderaten Islamisten“...

Denn bisher hat man zweifellos jenseits des Rheins noch niemals eine „demokratische“, sozialistische Regierung erlebt, welche Tränengas einsetzte, um Demonstranten zu vertreiben. Nun ja, man könnte es ja auch so formulieren: gesetzeskonform die Kontrolle über den öffentlichen Raum zurückzugewinnen. Mit der Sprache kann man ja so sehr viel machen...

Was man in der Türkei jetzt erlebt, das ist ganz einfach die türkische Realität, eine Realität, die Funken schlägt und Funken schlagen wird. Es gibt auf der menschlichen Ebene wie auch auf der geographischen Ebene zwei „Türkeien“: eine europäisierte Türkei, das ist die städtische Türkei, die im wesentlichen so lebt, wie man in Köln oder in Paris lebt. Und eine zutiefst orientalische, islamische und immer islamischere Türkei, welche nach den vorzeitlichen Traditionen des Ehrenmordes und der Scharia für alle lebt.

Solange das so ist, muss Erdogans AKP-Regierung überhaupt nichts fürchten. Auf der menschlichen und auf der geographischen Ebene nämlich ist die dem Westen angenäherte Türkei verschwindend winzig, und die orientalische Türkei ist übermächtig in der Mehrheit. Die „Demokratie“, nach welcher die Protestierer und unsere BRD-Qualitätsmedien rufen, ist also die wirksamste Vorgehensweise, um die Islamisten an der Macht zu halten.

JV

 

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