Civitas Institut

Liturgie und Subjektivität PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 07. Juni 2013 um 06:37 Uhr

In Köln wird in diesen Tagen der „Eucharistische Kongreß“ begangen. Die deutschen Bischöfe feiern damit auch „50 Jahre II. Vatikanisches Konzil“. Wir wollen hier ein Zitat des belgischen Philosophen Marcel del Corte (1905-1994) aus dem Jahr 1969 anführen. Es ist prophetisch zu nennen:

“Der neue Priester ist der Mittler der neuen Menschheit. Er ist nicht mehr Gottesmann, sondern der Menschenmann, der Mann des Menschen und der Menschheit und der Humanität. Es gilt für ihn, eine neue Religion zu schaffen, welche die alte als archaisch, als überholt hinstellt, von innen heraus aufbohrt und allmählich ganz und gar ersetzt. Damit eröffnet sich vor uns der ganze Abgrund, in den uns die postkonziliare Mentalität hineinziehen will. Von dort her haben die neuen Katecheten ihre Inspiration und dort hinein wollen sie die Jugend stürzen.

Genau dasselbe ist es mit der neuen Liturgie. Es handelt sich nicht mehr darum, die unerschöpflichen und transzendenten Magnalia Dei [Großtaten Gottes] zu singen, sondern das Ritual der Mentalität des heutigen Menschen anzupassen. Deshalb haben wir ebensoviel Liturgien wie Priester, deren jeder die Forderungen seiner daran ganz unschuldigen Schafe auf seine Weise interpretiert.

Deshalb haben wir keine lateinische Liturgie mehr, deren Formeln immer auf die übernatürlichen Realitäten hinführen, die sie bedeuten und jeder Umformung in subjektiver Richtung widerstehen. Deshalb werden wir in Bälde, wenn wir nicht aufpassen nicht mehr haben als Gottesdienste in der Volkssprache. Bald werden wir keinen Gregorianischen Gesang mehr hören. Deshalb werden wir nur noch Singsang hören, der die Seele einschläfert oder eine andere Art Musik, die sie abstumpft.

Der Gläubige wird in seine Subjektivität einsinken und sich in die Masse auflösen. Ein Mitglied des Consilium [des mit der Liturgiereform beauftragen vatikanischen Rates] hat unumwunden erklärt: Die Liturgie formt den Charakter, die Mentalität des Menschen. Die Liturgiereform ist in einem sehr tiefen Sinn der Schlüssel des Aggiornamento. Täuschen Sie sich nicht: Hier beginnt die Revolution.“

 

 

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