Civitas Institut

Eine Gesellschaft, die nicht die Familie als Keimzelle schützt, fördert den Haß PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 11. Mai 2013 um 09:49 Uhr

Unsere Bischöfe schweigen beharrlich zu den Problemen, die den Kern unserer Gesellschaft massiv bedrohen. Anders in Frankreich. Dort finden die Hirten immer offenere Worte und wissen deshalb die Gläubigen, vor allem die jungen Gläubigen hinter sich. So auch Dom Pateau, der Abt des traditionstreuen Benediktinerklosters Fontgombault, in der Predigt zum Fest Christi Himmelfahrt:

„Für den Apostel ist es das Schlimmste, mit der Gleichgültigkeit konfrontiert zu werden. So ging es auch Paulus auf dem Areopag in Athen. Er spricht, und es entsteht zwischen ihm und jenen gelehrten Zuhörern, die er als „die ehrfürchtigsten Menschen“ (Apg. 17,22) bezeichnet, so etwas wie ein Mißbehagen. Jener Schöpfergott, in dem wir Leben, Bewegung und Sein haben, sein zukünftiges Gericht über die Welt, die Auferstehung des Fleisches, das alles weckt bei ihnen nur sehr wenig Interesse: „die einen spotteten, und die anderen sagten: 'Wir wollen dich hierüber ein anderes Mal hören.'“ (Apg. 17,32)

Solche Überlegungen, die uns eben viel mehr als Gerede sind, interessieren Menschen nicht, welche sich selbst für klug und weise halten. Der wahre Gott interessiert sie gar nicht. Falschen Göttern zu folgen, von Menschenhand gemachten Göttern, das verpflichtet nicht zu Konsequenzen. Wer falschen Göttern folgt, wer seinen eigenen Leidenschaften folgt, der bekommt eine Illusion von Freiheit. Wer aber auf den heiligen Paulus hört, der nimmt etwas in sein Leben hinein, das schon durch seine Gegenwärtigkeit den Sinn des Lebens und den Gebrauch der Freiheit hinterfragt. Aber was ist denn eine Freiheit wert, die sich gegen die Freiheit und gegen den Willen Gottes absolut setzt? Was ist eine Freiheit wert, die sich selbst etwas vormacht?

Da hilft es, die ersten Kapitel des Buches Genesis noch einmal zu lesen.

Die Freiheit ohne Gott ist jene Freiheit der Schöpfung, bevor Gott spricht. Diese Freiheit hat einen sprechenden Namen: Tohuwabohu, Chaos. Gottes Wort macht diesem Zustand des völligen Durcheinanders vor der Ordnung der Welt ein Ende:“Und Gott sprach: 'Es werde Licht', und es ward Licht.“ (Gen. 1,3). Könnte denn das Licht nun sagen: „Ich bin Finsternis“? Nein, das kann das Licht nicht, denn Gott hat gesagt: „Es werde Licht“. Das Licht ist also Licht. Ein eigensinniges Kind könnte seine Augen vor der am Himmel scheinenden Sonne verschließen und sagen: „Es ist dunkel, für mich ist das Licht genau wie die Finsternis.“ Das Kind kann das sagen, aber es irrt.

Ein wenig später, immer noch im ersten Kapitel der Genesis, sagt Gott: „Laßt uns den Menschen machen nach unserem Bilde... So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Bild erschuf er ihn, als Mann und Frau erschuf er sie.“ (Gen. 1,26 ff) Die Folgerung aus dem zweiten Schöpfungsbericht ist da noch konkreter: „“Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und einer Frau anhangen, und beide werden zu einem Fleisch.“ (Gen. 2,24) Diese Vereinigung wird durch Gottes Wort gegründet. Sicherlich kann jemand sagen: „Für mich können auch zwei Männer oder zwei Frauen ein Paar bilden.“ Das kann er sagen, aber er irrt. Gottes Wort ist und bleibt der einzige Bezug für das, was ein Paar ist, und Gottes Wort garantiert auch die Rechtmäßigkeit seiner offiziellen Anerkennung in der Ehe.

Jenes eigensinnige Kind, das mit geschlossenen Augen durch die Welt geht, wird früher oder später stolpern und fallen. Schon bevor es den Boden berührt, hat es die Augen geöffnet. Sofort ist es vom Licht geblendet und begreift augenblicklich, daß das Licht eben nicht Finsternis ist, sondern eine ganz wertvolle Hilfe Gottes. Der Wille, sich von Plan Gottes frei zu machen, hat es in die Finsternis, ins Chaos geführt. Die Wiederentdeckung des Lichts hat ihm seine wahre Freiheit wiedergeschenkt.

In Zeiten, in denen die Weltwirtschaft zusammenbricht und in denen die Staatschefs sich mühen, die Krise aufzulösen, in solchen Zeiten ist es bestürzend, zu sehen, wie dieselben Staatschefs sich eifrig daranmachen, den moralischen Verfall der Gesellschaft und der Menschheit voranzutreiben, so beispielsweise durch ihr eigenes Leben wie auch dadurch, dass sie Gesetze durchbringen, welche sich nicht auf die Natur derer gründen, die sie betreffen, sondern auf ein ebenso ideologisches wie irreales Gleichheitsstreben. Es ist nicht Sache des Menschen, die Welt zu erschaffen: Gott hat gesagt: „Seid fruchtbar und mehret euch, füllet die Erde und macht sie euch untertan.“ (Gen. 1,28)

Wie lange noch brauchen die Menschen, um zu begreifen, daß eine Gesellschaft, die das menschliche Leben, die Familie als Keimzelle und insbesondere das Kind nicht mehr schützt, daß eine solche Gesellschaft den Haß fördert, sich dem Niedergang aussetzt, mit großen Schritten ihrem Ende entgegengeht? Das Leben und die Familie sind Gaben Gottes, die aus Gottes Wort kommen. Sie dürfen nicht verkauft, nicht verhandelt, nicht verschleudert werden. Sie müssen respektiert werden.

Es scheint, daß dem Menschen ein unwiderstehlicher Drang zur Zerstörung innewohnt: die Schönheit der Erde zu entstellen, ihre Rohstoffe, ihre Energie und die Nahrungsmittel zu verschwenden und zu zerstören, die sie hervorbringt, und so schließlich sich selbst dadurch zu zerstören, daß er sich weigert, das zu sein, was er ist.

Die Christen haben nach dem Beispiel der Apostel die Pflicht, den Samen von Gottes Wort überall auf der Welt zu verbreiten: jenes grundlegende und entscheidende Wort des ersten Augenblicks der Schöpfung, jenes fleischgewordene Wort Gottes, das Christus, der Messias, ist. Dieses Wort ist der einzige Weg, der aus dem Nichts ins Sein führt, aus dem Chaos ins Leben, aus der Finsternis ins Licht.

In der Öffentlichkeit haben die Christen die Pflicht, durch ihre Abstimmung bei Wahlen und, allgemeiner, durch ihre Aktionen jene Kandidaten und jene gewählten Vertreter zu unterstützen, die sich nicht zu Komplizen der Verbrechen gegen die Menschheit machen, sondern eine authentische Gesetzgebung für das Leben fördern. Wenn sie die Anwendung todbringender Gesetze ablehnen, die aus der Diktatur des Relativismus hervorgehen, wenn sie von ihrem rechtmäßigen und unveräußerlichen Recht auf Gewissensfreiheit Gebrauch machen, dann bezeugen sie vor der Welt die wirkliche Freiheit, die in der Wahrheit begründet ist. In diesem Jahr des Glaubens ermutigt uns der heilige Paulus: „Ich glaube, darum redete ich, und auch wir glauben, darum reden wir.“ (2 Kor. 4,13; siehe Ps. 115,10)

(…).

JV

 

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