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Frankreich: Veilleur, où en est la nuit? - Wächter, wie weit ist die Nacht? PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 23. April 2013 um 11:42 Uhr

Nein, es ist kein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und gesellschaftlichen Gruppen. Aber: nicht nur in Paris, sondern in ganz Frankreich finden sich in jeder Nacht auffallend viele, auffallend junge Menschen zusammen, um an öffentlichen Plätzen Mahnwachen abzuhalten. Niemand hat sie abkommandiert; sie verabreden sich über facebook und twitter. Was bringt diese meistens unter 30 Jahre alten Menschen dazu, oft singend und betend für ihre Sache Zeugnis abzulegen?

Wie ihre Eltern und Großeltern auch sind sie ihr ganzes Leben lang durch eine sozialistische Erziehung gegangen. In Frankreich ist es durchaus üblich, Kinder schon lange vor Erreichen des 3. Lebensjahres in Kindertagesstätten bzw. Krippen abzugeben und ihre Erziehung dem Staat zu überlassen. Die Lehrerschaft an den staatlichen Schulen ist durchweg links bis linksextrem. In den Schulbüchern ist die Indoktrinierung nicht Ausnahme, sondern Regel, und sie ist nicht subtil, sondern brutal und offensichtlich. Fernsehen und Presse erledigen den Rest, und sie werden nicht mehr frei ihr Leben lang.

Dachte man.

Und nun steht die linke Regierung des sozialistischen Präsidenten Hollande schockstarr vor der Tatsache, dass ihr trotz alledem breite Teile des Volkes, ja: wohl die große Mehrheit des französischen Volkes die Gefolgschaft versagt. Und das tut sie auch noch unter maßgeblicher Beteiligung, wenn nicht Federführung einer Institution, die man erfolgreich erledigt zu haben glaubte. Anscheinend sind die kümmerlichen Reste, welche 200 Jahre staatliche Propaganda und Unterdrückung von der Kirche übrigließen, doch immer noch Glut genug, um Feuer zu entfachen.

Da sehen wir junge Priester in Soutane, junge Mönche in Habit. Wir sehen gemeinsam betende junge Familien, wir hören Kirchenlieder und Rosenkranzgebete.

Gescheitert sei sie, die Unterdrückung, liest man auf christlichen Blogs. Man sei stolz darauf, Christ zu sein. Werte zu haben. Zu diesen Werten gehört eben auch die Familie, gehört das Recht der Kinder, in einer Familie aufzuwachsen. Das ist die Grundlage nicht nur unserer, sondern jeder Zivilisation.

Dessen werden diese jungen Leute sich bewusst. Sie haben die zerstörerische Wirkung jener Ideologie erkannt, und sie kämpfen um ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder.

Sie kämpfen mit den Waffen, die schon immer gesiegt haben.

Und sie kennen jene Isaias-Stelle, nach der sie sich die „Wächter“ nennen: Veilleur, où en est la nuit? - „Wächter, wie weit ist es in der Nacht? Wächter, wie weit in der Nacht?“ Der Wächter sagt: „Der Morgen ist gekommen, und noch ist es Nacht. Wollt ihr fragen, so fragt! Kommt noch einmal zurück!“ (Is. 21, 11f)

Hier eine Auswahl von Bildern der gestrigen Nachtwachen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bordeaux

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Paris

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nantes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montpellier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dijon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straßburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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