Civitas Institut

Danke für alles, und: ad multos annos, Heiliger Vater! PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 16. April 2013 um 06:40 Uhr

Am heutigen Tage vollendet Benedikt XVI. sein 86. Lebensjahr. Wir gratulieren ihm von ganzem Herzen und in großer Dankbarkeit. Die Bedeutung seines Pontifikats ist schon jetzt deutlich, sie wird es fraglos in Zukunft noch mehr sein. Zugleich ist es die tiefe Demut eines großen Papstes, die einen  bleibenden, unvergeßlichen Eindruck hinterläßt. Diese tiefe Demut und ehrliche Bescheidenheit zeigt sich auch in der viel zu wenig bekannt gewordenen Predigt, die der Heilige Vater bei der Meßfeier anläßlich seines Geburtstages im vergangenen  Jahr hielt.

Ein Auszug aus dieser Predigt: "An dem Tag, an dem ich geboren wurde, bin ich – dank der Fürsorge meiner Eltern – auch wiedergeboren worden aus Wasser und Geist, wie wir es eben im Evangelium gehört haben. Da ist zuerst die Gabe des Lebens, die meine Eltern mir geschenkt haben in sehr schwerer Zeit und für die ich ihnen danken muß. Aber das Leben des Menschen selbst ist nicht sicher eine Gabe. Kann es wirklich eine gute Gabe sein? Wissen wir, was in den dunklen Zeiten, die bevorstehen – auch in den hellen Zeiten, die kommen mögen – auf einen Menschen eindringen mag? Können wir voraussehen, welchen Bedrängnissen, welchen Schrecklichkeiten er ausgesetzt sein wird? Kann man Leben einfach geben? Ist es zumutbar oder zu ungewiß? Es ist eine fragwürdige Gabe, wenn es allein bleibt. Das biologische Leben allein ist eine Gabe, aber von einer großen Frage umgeben. Zur wirklichen Gabe wird es erst dann, wenn mit ihm mitgegeben werden kann eine Verheißung, die stärker ist alles Unheil, das drohen mag, wenn es eingetaucht wird in eine Kraft, die gewährleistet, daß es gut ist, ein Mensch zu sein, daß für diesen Menschen gut ist, was immer die Zukunft bringen mag. So gehört zur Geburt die Wiedergeburt, die Gewißheit, daß in der Tat es gut ist da zu sein, weil die Verheißung stärker ist als die Drohungen. Dies ist der Sinn der Wiedergeburt aus Wasser und Geist: eingetaucht werden in die Verheißung, die nur Gott selbst geben kann: Es ist gut, daß Du bist, Du darfst dessen gewiß sein, was immer kommen mag. Aus dieser Gewißheit durfte ich leben, wiedergeboren aus Wasser und Geist. Nikodemus fragt den Herrn: „Kann ein alter Mensch noch wiedergeboren werden?“. Nun, die Wiedergeburt ist uns in der Taufe geschenkt, aber wir müssen immer neu in sie hineinwachsen, immer neu uns von Gott eintauchen lassen in seine Verheißung, damit wir wahrhaft wiedergeboren seien in die große, neue Familie Gottes hinein, die stärker ist, als all die Ohnmächte und Unmächte, die uns bedrohen. So ist dies ein Tag eines großen Dankes.

Als ich getauft wurde, war Karsamstag, wie gesagt. Und damals wurde noch die Osternacht am Vormittag antizipiert, der noch einmal das Dunkle des Karsamstags folgte ohne Halleluja. Mir kommt vor, daß dieses seltsame Paradox, diese seltsame Antizipation der Helligkeit an einem dunklen Tag, etwas wie ein Bild der Geschichte unserer Zeit zu sein vermag. Da ist einerseits noch das Schweigen Gottes und seine Abwesenheit. Aber die Antizipation des „Ja“ Gottes ist schon da in Christi Auferstehung, und von dieser Antizipation her leben wir und hören durch das Schweigen Gottes hindurch seine Reden und sehen durch das Dunkle seiner Abwesenheit hindurch sein Licht. Die Antizipation der Auferstehung inmitten einer weitergehenden Geschichte ist die Kraft, die uns den Weg weist und die uns weitergehen hilft.

Dem lieben Gott danken wir, daß er uns dieses Licht geschenkt hat, und bitten ihn, daß es immer bleiben möge. Und ich habe an diesem Tag Grund zu danken: ihm selbst und allen, die mich immer wieder diese Gegenwart des Herrn fühlen ließen, die mich begleitet haben, damit ich das Licht nicht verloren habe.

Ich stehe vor der letzten Wegstrecke meines Lebens und weiß nicht, was mir verhängt sein wird. Aber ich weiß, daß das Licht Gottes da ist, daß er auferstanden ist, daß sein Licht stärker ist als alles Dunkel; daß Gottes Güte stärker ist als alles Böse dieser Welt. Und das läßt mich in Gewißheit weitergehen. Das läßt uns weitergehen, und allen, die dieses „Ja“ Gottes immer wieder durch ihren Glauben auch mir gewiß machen, danke ich von ganzem Herzen in dieser Stunde."

Die ganze Predigt kann man hier hören und hier lesen.

 

 

 

 

 

 

 

Εις πολλά έτη Δέσποτα! - Herzlichen Glückwunsch, und: Danke für alles, Heiliger Vater. Danke.

JV

 

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