Civitas Institut

Achtung: dieses sweat-shirt stört die öffentliche Ordnung! PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 05. April 2013 um 04:10 Uhr

Strafanzeige wegen sweat-shirt! Hysterie und Panik – oder einfach Schikane und Dummheit der Macht? Auch am Ostermontag trafen sich Gegner der Homo“ehe“ friedlich im Jardin du Luxembourg, einem Park in Paris, zu einem „Picknick für alle“. Was sie seitens der Polizei erlebten, schildert der Vater der Familie.

„Am Montag war ich mit meiner Frau und unseren sechs Kindern beim „Picknick für alle“, das dort seit einigen Tagen improvisiert wird. Wir wollten dort einige Bekannte treffen, die wir aus sozialen Netzwerken kennen, und um uns leichter zu erkennen, hatten wir vereinbart, jenes sweat-shirt zu tragen, das seit den Demonstrationen vom 13. Januar und vom 24. März berühmt geworden ist. Es handelt sich keineswegs um ein militantes sweat-shirt, es zeigt keinen Text „Demo für alle“, sondern lediglich eine symbolisch dargestellte „normale“ Familie. Wir hatten keine Fahne mitgenommen, keine Trillerpfeifen, keine Vuvuzela oder irgendwelche andere Demonstranten-Ausstattung: es sollte dort lediglich für die Kinder ein Eiersuchen organisiert werden. Die bis dahin nur „virtuellen“ Bekannten, mit denen wir uns trafen, waren sicherlich durchaus zahlreich, aber nicht mehr und nicht weniger aktiv als die Menge der Schaulustigen, die diesen schönen 1. April genießen wollten.
Weniger als eine Viertelstunde nach unserer Ankunft näherten sich einige Polizisten unserer Gruppe. Sie fühlten sich offensichtlich durch unsere Kleidung provoziert und forderten uns auf, die sweat-shirts auszuziehen oder jenes vermutlich ach so subversive Bild eines Vaters und einer Mutter abzudecken, die ihre beiden Kinder an der Hand halten. Wir weigerten uns, einer der Polizisten verlangte, meine Papiere zu sehen und nahm mich zum Polizeiposten mit, um mir dort ein Strafprotokoll auszustellen. Es musste allerdings eine Begründung für den Strafzettel gefunden werden. Anfangs hieß es „Tragen von unsittlicher Kleidung“; angesichts meiner sehr amüsierten Reaktion und des Ratschlags seines Kollegen (der einen höheren Rang innehatte und deshalb wohl auch besonnener war) wurde sie dann geändert in „unerlaubte Organisierung einer spielerischen Demonstration.“ Diese vorgeschützte Begründung erschien mir dann doch eher problematisch, und so unterschrieb ich meine Nicht-Anerkennung des Strafzettels, was mir eintragen wird, dass ich zu einer polizeilichen Anhörung werde erscheinen müssen und weitere gerichtliche Schritte zu erwarten habe.
Der wackere Polizist, der mir das Strafprotokoll ausgestellt hat, der hat mit Sicherheit niemals die Vordenker des „Genderismus“ gelesen, z.B. Judith Butler oder Nicolas Gougin. Er hat wohl auch Schwierigkeiten, die Abkürzung LGBT aufzulösen. In der stilisierten Familie auf meinem sweat-shirt hat er aber augenblicklich ein Symbol erkannt, das die neue öffentliche Ordnung stört, welche uns allen die Homo“ehe“ aufdrücken wird. (…).“
Die Familie ist uns persönlich bekannt. Es handelt sich nicht um einen Aprilscherz – auch wenn das Verhalten der Polizei das vermuten lassen könnte.
Anscheinend ist es in diesem Europa durchaus möglich, barbusig Kirchen zu schänden und Kreuze umzusägen. Das Bild einer Familie mit Kindern provoziert jedoch die Staatsmacht. Und in unseren Qualitätsmedien findet der "ägyptische Frühling" wieder einmal statt - der WDR berichtet gerne immer wieder darüber und interviewt den gefolterten Friseur Mohammed als Experten. Der französische Frühling jedoch findet in den Qualitätsmedien keinerlei angemessenes Echo: der WDR widmet einen minutenlangen Bericht dem Prozeß gegen den französich-belgischen, russischen Schauspieler Gérard Depardieu, der vor Monaten einmal betrunken vom Motorrad fiel (was man von ihm durchaus erwarten konnte). Das ist eben Informationspolitik.
Na dann: Es wird dunkel. Gute Nacht allerseits!
JV
 

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