Civitas Institut

Die Sorgen der europäischen Bischöfe PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 12. Januar 2012 um 09:18 Uhr

 

Die EU-Bischofskommission COMECE stellt heute bei einer Veranstaltung in Brüssel eine Erklärung vor, die bereits gestern vom Vizepräsidenten der Organisation, dem Münchner Kardinal Reinhard Marx der Presse bekanntgegeben wurde. Die größte Sorge der Bischöfe ist nicht das Heil der Seelen in Europa, der massive Glaubensschwund etc. sondern die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Eurozone. Mit Merkel und allen anderen Eurobegeisterten, deren Zahl täglich geringer wird, wird die Eurozone als Friedensgarant gepriesen, ein Argument, dass seit mindestens dreißig Jahren bestenfalls lächerlich ist.

 

 

 

Die angeblichen Errungenschaften des gemeinsamen Marktes würden durch ein Scheitern der Währungsunion infrage gestellt, meinen die EU-Bischöfe. Der Binnenmarkt habe entscheidend zur Friedenssicherung in Europa beigetragen.

 

Den Binnenmarkt gab es aber bereits Jahrzehnte vor der Euro-Einführung und er hat auch gut funktioniert ohne den Euro. Gerade der Euro hat einen großen Anteil an der Globalisierung der Wirtschaft in Europa, wodurch die soziale Marktwirtschaft in Deutschland abgeschafft wurde und die totale Ökonomisierung aller gesellschaftlichen Bereiche durchgezogen wurde. Dies wiederum hat zu einem Auseinanderdriften von Arm und Reich geführt, wodurch immer mehr Menschen aus dem wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden.

 

Die Bischöfe fordern zwar eine stärkere Orientierung der EU am Gemeinwohl, doch bleibt diese eine hohle Phrase, wenn gleichzeitig der weitere Ausbau der EU gefordert wird. Das Gemeinwohl kann nur auf der Grundlage einer strikten Einhaltung der Subsidiarität in allen gesellschaftlichen Bereichen gesichert werden doch gerade der Angriff auf das Subsidiaritätsprinzip und die Ausweitung der absoluten Macht der EU-Bürokraten ist kennzeichnend für die EU. Davon lesen wir im Dokument der EU-Bischöfe nichts.

 

Stattdessen werden allgemeine sozialdemokratische Forderungen wiederholt, wie „Eine einseitige Ausrichtung der Wirtschaft auf Gewinnmaximierung ist verfehlt“, was jeder sofort unterschreiben würde. Die Frage ist nur, wie es zu dieser Ausrichtung kommt. Nicht die göttlichen Gebote sind in der Wirtschaft heute von Bedeutung, sondern eben der Profit. „Humanistische Lösungen“ wie „der Mensch im Mittelpunkt“ sind leere Phrasen, denn kein Manager eines internationalen Konzerns ist anderer Ansicht.

 

Weitere Forderungen der Bischöfe sind die Orientierung der Managergehälter am langfristigen Erfolg eines Unternehmens, Verbesserung der Gesetze und Regeln für den globalen Finanzmarkt, Aufsicht und Bankenregulierung, „Überprüfung des Wertesystems“ und natürlich die „Vertiefung der europäischen Integration“, womit die Durchsetzung der Vereinigten Staaten von Europa gemeint ist. Ganz ähnliche Forderungen findet man bei der SPD oder den Europäischen Sozialisten.

 

Das ist nun aus der katholischen Soziallehre geworden?

 

 

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