Civitas Institut

Fünf Millionen Arbeitslose PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 05. Juni 2008 um 20:57 Uhr
arbeitslos.jpegÜberall werden sinkende Arbeitslosenzahlen verkündet. Doch das die Statik „frisiert“ ist, wird verschwiegen. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland dürfte bei etwa fünf Millionen liegen, wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zugesteht. . Etwa eine Millionen Menschen sind derzeit in steuerfinanzierten sogenannten „arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“.

Weiterhin wird die stille Reserve derjenigen, die gerne arbeiten möchten, aber nicht arbeitslos gemeldet sind auf 625.000 geschätzt.

Besonders infam ist die Behandlung von Arbeitslosen über 58. Kann ihnen nicht innerhalb eines Jahres eine Stelle angeboten werden, fallen sie automatisch aus der Arbeitslosenstatistik raus.

Arbeitslos ist nach der statistischen Definition nur der. der Arbeitslosengeld bekommt. Ein Arbeitsloser mit einer Beschäftigung von maximal 14 Stunden wöchentlich, gilt statistisch nicht mehr als arbeitslos. Angestellte mit befristeten Verträgen die eine neue Stelle suchen, sind auch nicht arbeitslos.

Erwerbslose die 15 Stunden in der Woche arbeiten und von diesem Lohn nicht leben können, also Hartz IV erhalten, sind nicht arbeitslos – laut Statistik.

Ein Euro-Jobber sind „selbstverständlich“ auch nicht arbeitslos. Das sind derzeit 287.000 Personen.

198.000 Personen werden im Rahmen der früher sogenannten „Ich-AG“ gefördert. 35.300 Personen sind in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), 143.000 Personen sind in Qualifizierungsmaßnahmen und 266.000 Personen sind dauerhaft aus der Statistik entfernt worden.

Insgesamt erhielten im letzten Jahr durchschnittlich 7,4 Millionen Personen ALG II, von denen „nur“ 2,5 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet sind (Angaben des Deutschen Landkreistages DLT).

All diese Zahlen machen eines deutlich: Den Angaben der Regierung kann man heute nicht mehr vertrauen. Dies ist ein sehr trauriges Ergebnis, wenn selbst eine Regierung Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit zugunsten von Propaganda unbeachtet läßt. Kein Wunder, wenn immer weniger Menschen den staatlichen Autoritäten mißtrauen, denn diese selbst untergraben die staatliche Autorität, die für ein Gemeinwesen überlebensnotwendig ist.

Weiterhin zeigen diese Zahlen aber auch, daß der liberale Kapitalismus immer wieder neu erweist, daß er vollständig unfähig ist, das Gemeinwohl sicherzustellen.

Es wird höchste Zeit für ein Nachdenken über eine Alternative. Diese Alternative hat die katholische Soziallehre schon vor mehr als siebzig Jahren vorgestellt: die wirtschaftliche und soziale Selbstverwaltung durch die Berufsgemeinschaften. In diesem Modell sind die verschiedenen Berufsgemeinschaften (chemische Industrie, Baugewerbe, Handel, Maschinenbau etc.) selbst und allein für die in ihren Bereichen entstehenden Arbeitslosen zuständig. Die Berufsgemeinschaften bilden Ausschüsse für Erwerbslose, die paritätisch mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern besetzt sind, die sich einerseits darum sorgen, Massenentlassungen zu verhindern und andererseits für die Wiedereingliederung in das Berufsleben zuständig sind. Alle Kosten werden von den Berufsgemeinschaften selbst aufgebracht. Staatliche Eingriffe sind hier nicht erforderlich; allenfalls gibt der Staat allgemeine Richtlinien vor. Dies allein wird dazu führen, daß die anderen Unternehmen einer Berufsgemeinschaft dafür sorgen, die Zahl der Arbeitslosen möglichst gering zu halten.

Mehr zu diesem Modell finden Sie unter „Dolumente“: Die berufständische Ordnung und ihre Bedeutung für eine gerechte Gesellschaftsordnung:

http://www.civitas-institut.de/content/view/89/37/

 

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