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Katholische Soziallehre und Migration PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 26. April 2011 um 00:00 Uhr

 

Der bekannte Bonner Sozialethiker und Herausgeber der Zeitschrift „Neue Ordnung“, der Dominikaner Professor Dr. Ockenfeld hat in einem Interview für die katholische Tageszeitung einige klare Aussagen zum Thema Zuwanderungspolitik und Umgang mit Flüchtlingen gesagt, die die Position der katholischen Soziallehre zu diesem Themenbereich wiedergeben.

 

 

Ockenfels betont zunächst, dass die Unterscheidung zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und politisch Verfolgten, wie sie auch das Grundgesetz macht, die aber durch die „grüne“ und globalistisch-kapitalistische Politik zur Abschaffung der Nationalstaaten mehr und mehr ausgehöhlt wird, nicht nur legitim, sondern sogar notwendig ist. Er betont, dass „das weltweite Armutsproblem durch Auswanderung nicht gelöst, sondern eher verschärft“ wird. Es entspricht zudem dem christlichen Prinzip der Nächstenliebe, zunächst die Armut im eigenen Land zu bekämpfen und erst dann darüber hinaus. „Zuerst kommt die Nächstenliebe, dann die Fernstenliebe“. Bekanntlich drehen die Linken und Gutmenschen diese Verhältnisse um.

 

Auf die Frage nach einem europäischen Asylrecht, dass der katholischen Soziallehre entspricht, antwortet Ockenfeld dann: „Christliche Solidarität muss dem Prinzip der Subsidiarität folgen, also mit caritativer Hilfe beginnen. Caritas ist allerdings eine Sache des Glaubens und der Freiwilligkeit. Diese christlich-moralische Pflicht wird in säkularisierten Gesellschaften immer mehr verdrängt und rechtlich erzwingbare Solidarleistungen von Staaten, die aber finanziell vor dem Ruin stehen. Kein Wunder also, dass die Bereitschaft stark nachgelassen hat, finanzielle Hilfe für Entwicklungshilfe und für politische und andere Flüchtlinge zu bringen.“

 

Ockenfels verteidigt weiterhin das Recht auf Verteidigung der Außengrenzen gegen Wirtschaftsflüchtlinge. „Das gilt übrigens auch für den Vatikanstaat. Vielleicht hätten sogar strafverfolgte Islamisten ein besonderes Interesse, sich unter den Schutz des Papstes zu stellen.“ Der Sozialethiker verweist auf die Gefahren, zu denen ungeregelte Einwanderung führen kann.

 

Zur Frage nach einem „Recht auf Einwanderung“, sowie dummen sozialromantischen Sprüchen wie „Niemand ist illegal“, „Niemand ist Ausländer, außer auf dem Mond“, äußert sich der Professor für katholische  Soziallehre und Sozialethik klar und deutlich: „Es gibt ein Menschen- und Völkerrecht auf Auswanderung, aber nicht auf Einwanderung in einen bestimmten Staat. Das Einwanderungsrecht gehört zum Gastrecht und ist nicht juristisch einklagbar. Gastfreundschaft ist nicht erzwingbar“. Jeder muss das Recht haben, sein Land zu verlassen, d.h. kein Staat darf seine Bürger daran hindern, ihr Land zu verlassen, wie die die kommunistischen Ostblockstaaten taten. Doch kein Land kann verpflichtet werden, einen Auswanderer aufzunehmen. Genau dies versuchen jedoch die Kommunisten und ihre Helfer, die früher Menschen in ihre Länder einsperrten, heute durchzusetzen.

 

Auf Sprüche wie „Kein Mensch ist illegal“, oder „Ich bin nur auf dem Mond Ausländer“, die auch aus sogenannten christlichen Kreisen oft verbreitet werden, antwortet Ockenfels: „Ich halte solche vermeintlich frommen Phrasen für realitätsfremd. Das ist gesinnungstüchtige Betroffenheitslyrik und hat mit Katholischer Soziallehre nichts zu tun. Sondern entspricht eher der Mentalität eines liberalen Finanzkapitalismus, der sich parasitär in allen Ländern die Vorteile herauspickt. Globalisierung in dieser Zerrform läuft darauf hinaus, die sozialen Kosten schließlich doch den Nationalstaaten aufzubürden.“

 

 

Das volle Interview ist erschienen in Die Tagespost, 23. April 2011, Nr. 48, S. 7.

 

 

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