Civitas Institut

Jahahahaha, wenn der Senator erzählt...! PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 09. September 2010 um 06:25 Uhr

Die Schockstarre der Etablierten über die Reaktionen auf Thilo Sarrazins Buch scheint überwunden, und ganz unwillkürlich kommen einem so manche der Lieder des linken 68er Hetzsängers Franz-Josef Degenhardt in den Sinn, wenn man die Propagandapolitik der letzten Woche aufmerksam verfolgt. Es gilt das neue Motto: "Ja, da gibt es ein paar kleine Probleme, aber: guckt mal, wir tun doch 'was! Ruhe ist jetzt die erste Bürgerpflicht." Was bringen die "neuen" offiziellen Argumente und Vorgehensweisen?

Wer zum Beispiel einmal vor Klassen gestanden hat, weiß aus alltäglicher Erfahrung, daß Begabungen ausgesprochen unterschiedlich verteilt sind. Aus welchem Grund auch immer. Wenn nun also irgendwelche Gruppen sich standhaft jedem Ausbildungsversuch verweigern, so liegt der Schluß nahe, daß diese irgendwelchen Gruppen eben nicht bildbar sind. Das darf aber nicht sein, und so heißt die Antwort auf „nicht beschulbar“ (so hieß das früher folgerichtig) dann: mehr Schule! Bildung, Bildung, Bildung! Da freut sich der Pollenallergiker. Die Antwort auf sein Leiden heißt: mehr Pollen, Pollen, Pollen! (Achtung: das tertium comparationis geht hier nicht über Allergie – Beschulbarkeit!!)

"Jahahahaha, wenn der Senator erzählt...!", textete Franz-Josef Degenhardt in einem Lied, in dem er das damalige Establishment bissig angriff.

Bildung mit Hilfe von Lehrern mit Migrationshintergrund, fordert der heutige Herr Senator. Ist ja klar. (Übrigens: in nächster Zeit wird das Wortfeld „Migration“ zugunsten von „Einwanderung“ verschwinden. Achten Sie mal darauf!). Schließlich kann einem eingewanderten Schüler kein deutscher Lehrer zugemutet werden, so wie dem eingewanderten Verbrecher auch kein deutscher Richter etwas zu sagen hat, ganz zu schweigen von dem eingewanderten Einbrecher. Der muß sich mit seinem Polizisten auch in seiner Muttersprache unterhalten dürfen.

Und im WDR machen wir heute morgen die Bekanntschaft von Antonietta Zeoli, NRW-Landeskoordinatorin für alle Lehrer mit Mitgrationshintergrund. Das heißt: wir sollen sie machen, die Bekanntschaft. Wir verweigern das schon nach der Begrüßung: „Guten Morgen, Frau Zeoli“ - „Ja, buon giorno, guten Morgen“ - „Ah, buon giorno, Sie sind also Italienerin, jedenfalls ursprünglich aus Italien stammend...“ - „Richtig! Meine Eltern haben eine Zuwanderungsgeschichte....“.

In diesem Moment haben wir abgeschaltet. Sind Lehrer wirklich solche Realitätsverweigerer? Alle? Ja, ja, die vielen Probleme mit Banden italienischer Trattoriabesitzer und Espressodealer... Aber nein. Die von einschlägigen Kreisen so genannte „italienische Powerfrau“ Zeoli ist aus „publik-forum“ bekannt (das gibt es immer noch, für Senioren-Lesezirkel) und aus der WDR-Sendung cosmo-tv. Mehr brauchen wir nicht.

Jahahahaha, wenn der Senator erzählt...!

Und was erzählt er sonst noch so, der Herr Senator? Ah ja: in irgendeinem Kaff in den USA will ein Prediger einen Heiligen Koran verbrennen. Wir sind ganz entschieden gegen solche Aktionen, sie sind keine angemessene Art der Auseinandersetzung. Es wird gewarnt, daß dann bald die Welt in Flammen stehen könnte. Sogar der US-amerikanische Oberbefehlshaber in Afghanistan kann für die Friedlichkeit der dort noch ansässigen Bevölkerung in einem solchen Falle nicht garantieren, sagt er. An dieser Stelle denken wir uns unseren Teil. Und wir denken an geschändete Kirchen und Friedhöfe (hier! bei uns! mitten in unserem Europa! und natürlich auch anderswo). An als Christen nicht nur beschimpfte, angegriffene, sondern auch ermordete Glaubensgeschwister denken wir. Tausende und abertausende. An ermordete Priester, an (nicht nur) einen ermordeten Bischof... Bloß nicht reizen!!

Jahahahaha, wenn der Senator erzählt...!

Man kann unmöglich auf die Dauer gegen Realität, Erkenntnis und Vernunft seine falschen Ziele gegen die gottgewollte und gottgegebene Ordnung durchsetzen, Herr Senator. Und auch, wenn ich jetzt zwei Euro in die Kaffeekasse des Civitas-Instituts zahlen muß, weil das Zitat schon so abgekaut ist – es gilt trotzdem: Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen. Und wir werden den Eindruck nicht los, daß durch geschäftiges Reden und gespielte Härte lediglich Dampf aus dem Kessel gelassen werden soll, ähnlich wie es Sarkozy gerade in Frankreich tut. Jedoch: der Kurs bleibt der alte!

Wissen Sie was, Herr Senator: wir haben Sie wiedererkannt. Damals, 68 (oder 1789, 1917, 1947, 1949 …) trugen Sie andere Kleidung und griffen keineswegs nur hetzerisch die an, die Sie die „herrschende Klasse“ nannten. Es nützt Ihnen nichts, daß Sie nun Nadelstreifen, Edelschuhe und eine zum Hemd passende Krawatte tragen, daß Sie relativ unfallfrei den passenden Wein zu ausgesuchter Speise (z.B. gegrilltes Wildschwein in Mecklenburg-Vorpommern) bestellen können. Sie sind und bleiben derselbe, auch wenn Sie jetzt der Senator sind.

Sie können, Herr Senator, genauso gut die Klappe halten.

JV

 

 

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