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Demokratie 1: Demokratie als Erbe des Absolutismus PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 00:00 Uhr

Die modernen Demokratien Europas und der Amerikas sind durch zwei Komponenten bestimmt, die allerdings nicht notwendigerweise zusammen gehören: Die Volkssouveränität und der Liberalismus. Beide Ideen stehen eigentlich im Widerspruch zueinander, haben sich jedoch mehr recht als schlecht in der modernen Demokratie miteinander verbündet.

 

Die sogenannte „Volkssouveränität“ gegen die die Kirche in früheren Zeiten mit klaren Worten Stellung bezogen hat, ist die eigentliche demokratische Idee, wie sich besonders in der französischen Revolution zeigt, die diese Idee mit der Idee der Gleichheit und dem Nationalismus in den Mittelpunkt stellte.

 

Der Liberalismus ist die Lehre, die die individuelle Freiheit in den Mittelpunkt stellt. Auf ihn geht insbesondere die Rechtsstaatlichkeit und die Idee der repräsentativen Demokratie zurück, die von den „echten Demokraten“, wie Rousseau, als „aristokratisch“ und „undemokratisch“ abgelehnt wurde.

 

Beide Elemente der modernen Demokratie stehen in einem ständigen Spannungsverhältnis zueinander und wenn das demokratische Element überwiegt, wie oft in Krisenzeiten, dann nimmt der Totalitarismus und Absolutismus zu. Die EU ist die zunehmende Durchsetzung der Herrschaft der Demokratie.

 

Denn die Demokratie ist die Erbin des Absolutismus. Demokratie und Liberalismus richten sich in ihrem Kampf zwar gegen den Absolutismus im 18. und 19. Jahrhundert. Während jedoch der Liberalismus sich mit einer konstitutionellen Monarchie zufrieden gibt, fordert die Demokratie die totale Einheit des Staates ohne unabhängige und selbständige Träger staatlicher Macht.

 

In den mittelalterlichen Monarchien übten die König und Aristokraten nur einen Teil der Herrschaft aus und die Stände und Gilden sowie die Kirche bildeten eigenständige Machtzentren. „Die besondere Freiheit des Mittelalters erkennt man am Vorherrschen des Privatrechts gegenüber dem öffentlichen Recht: so viel Korporationen, so viel Eigenrechte – Universitäten, Parlamente, Brüderschaften, Gilden, Zünfte – in Wahrheit eine Fülle von Republiken innerhalb der einen Monarchie.“ (S. von Radecki).

 

Der Absolutismus vereinheitlichte diese zahlreichen freien Institutionen und zwang sie unter der einen absoluten Herrschaft des Königs. Der Absolutismus bürokratisierte das gesellschaftliche und politische Leben nach rationalen Gesichtspunkten und entmachtete die selbständigen gesellschaftlichen Kräfte.

 

Auf dieser Grundlage baut die Demokratie auf und vereinheitlicht den Staat noch weit radikaler, indem er mehr und mehr versucht, alle gesellschaftliche Kräfte zu beherrschen und zu reglementieren. Hierin liegt die absolutistische und totalitäre Tendenz des demokratischen Staates, die durch den Liberalismus geschwächt wird, da er die individuelle Freiheit, nicht jedoch die Freiheit der naturrechtlichen Gemeinschaften und Korporativen, gegen den Staat zu schützen versucht. Die Grundidee hinter diesem Streben nach totaler Herrschaft ist die Gleichheit. Diese ist keineswegs eine auf den Sozialismus und Kommunismus zurückgehende Ideologie, sondern neben der Volkssouveränität die zweite zentrale Ideologie der Demokratie, wie die französische Revolution mehr als deutlich zeigt.

 

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