Civitas Institut

Mensch-Tier Embryonen geklont PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 02. April 2008 um 13:56 Uhr
klon.jpgIn Großbritannien soll es dem Wissenschaftler Dr. Lyle Armstrong von der Universität Newcastle gelungen sein, geklonte Mensch-Tier-Embryonen herzustellen und diese bis zu drei Tagen am Leben zu erhalten.

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Die zuständigen englischen Behörden hatten zuvor derartige im wahrsten Sinne des Wortes ungeheuerliche Experimente erlaubt. In Zukunft sollen derartige Experimente in England grundsätzlich erlaubt werden. Der Gesetzestext liegt dem englischen Parlament vor und wird vermutlich ab Mai debattiert.

 
Kardinal Keith O'Brien, Erzbischof von Saint Andrews and Edinburgh, zeigte sich in der vergangenen Woche erschüttert angesichts dieser politischen Bestrebungen: „Es ist schwierig, sich einen einzelnen Gesetzestext vorzustellen, der die Heiligkeit und Würde des menschlichen Lebens umfassender angreifen würde als dieses Gesetz“, stellte er fest.


Der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, Berichterstatter für Bioethik und Gentechnik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ meldete auch mit Blick auf die deutsche Stammzelldebatte ernste Bedenken an.


„Die britischen Tier-Mensch-Klonexperimente sind in mehrfacher Hinsicht ethisch inakzeptabel und wissenschaftlich fragwürdig. Sie werfen auch Fragen im Kontext der aktuellen deutschen Stammzelldebatte auf. Wer garantiert etwa, dass nicht früher oder später die Forderung nach Import von Stammzellen aus solchen geklonten Mensch-Tier-Embryonen erhoben wird? Denn schließlich ist das Ziel der britischen Tier-Mensch-Klonexperimente die Herstellung neuer Stammzelllinien, so die Universität Newcastle auf ihrer Homepage.“


Das Klonen von Mensch-Tier-Embryonen, so Hüppe, verletze mehrere ethische Grenzen: „Es handelt sich um eigens zu Forschungszwecken hergestellte Embryonen (Forschungsembryonen), die nach dem britischen Gesetz spätestens nach 14 Tagen getötet werden müssen.


Das neue Klon-Experiment überschreitet die Gattungs-Grenzen zwischen Mensch und Tier. Weil menschliche Zellkerne in zuvor entkernte Eizellen von Kühen verpflanzt wurden und weil die entkernten Kuh-Eizellen noch eine gewisse Menge Erbmaterial enthalten, sind die erzeugten Embryonen teilweise menschlich und teilweise tierisch.“


Der Bundestagsabgeordnete wies darauf hin, dass es weltweit nie gelungen sei, aus mit menschlichen Eizellen geklonten menschlichen Embryonen („therapeutisches Klonen“) embryonale Stammzellen zu gewinnen. „Entsprechende Behauptungen einer koreanischen Gruppe um Woo-suk Hwang hatten sich vor zwei Jahren als der größte Forschungsbetrug der jüngeren Geschichte entpuppt“, fügte der Experte hinzu. „Das umstrittene therapeutische Klonen ist als wissenschaftliche Sackgasse aufgegeben.“

Hüppe erinnerte auch daran, dass sich der Klon-Pionier Ian Wilmut, „Vater“ des Klonschafs Dolly und Inhaber einer britischen Lizenz zum Klonen menschlicher Embryonen, Ende November völlig vom Klonen und embryonalen Stammzellen abgewandt habe, um sich der ethisch unproblematischen Reprogrammierung erwachsener Zellen zuzuwenden.

 
Der deutsche Bundestag wird am 11. April in namentlicher Abstimmung über die Änderung des Stammzellgesetzes beschließen. Diese folgenschwere Entscheidung hat der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner zum Anlass genommen, alle Verantwortlichen zum Schutz des Menschen aufzurufen. (ZENIT/Civitas Institut).

 

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