| Spaemann will Moscheebau „bis zum letzten verteidigen“ |
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Ein Recht auf „freie Religionsausübung“ für eine falsche Religion gibt es aber nach überlieferter katholischer Lehre nicht, denn ein solches „Recht“ würde bedeuten, daß Gott den Menschen nicht nur das 1. Gebot gegeben hat, sondern zugleich ein Recht, gegen dieses zu verstoßen.
Davon unbeirrt versichert er den Muslimen, er würde ihr Recht auf freie Religionsausübung und den Moscheebau „bis zum Letzten verteidigen“.
Freilich weiß auch Herr Professor Spaemann, daß die Moslems den Katholiken ähnliches nicht im Traum zugestehen würden. Deshalb plädiert er dafür, man müsse auch auf Gegenseitigkeit achten. Viele Muslime würden es auch nicht gerne sehen, wenn in ihren Heimatländern große Kirchtürme in den Himmel ragten. In vielen dieser Länder sei bis heute nicht einmal der Bau christlicher Kirchen erlaubt.
Den hier lebenden Korangläubigen empfiehlt er mit Blick auf die durch den Schweizer Volksentscheid ausgelöste Debatte, „ein bißchen die Kirche im Dorf zu lassen“.
Anschließend wendet sich der emeritierte Philosoph der Demokratie im allgemeinen zu. Mit Blick auf Europa räumt Spaemann ein, daß die Demokratie alleine, ohne andere eingeprobte Sicherungen, für Konflikte in muliethnischen und multikulturellen Gesellschaften nicht immer die beste aller Lösungen parat habe. „Denn der reinen Demokratie wohnt ja immer der Hang inne, dass eine Mehrheit die Minderheit drangsaliert“, so Spaemann: „In der Demokratie zählt der Mehrheitswille des Volkes - und wenn die Mehrheit des Volkes rabiat ist und sich durchsetzen will, dann kann sie das machen. Das Mehrheitsprinzip kann also durchaus auch zur Terror und Tyrannei führen. Wer sagt, das sei doch undemokratisch, ist blauäugig. Auch Exzesse sind überhaupt nicht a priori undemokratisch.“
Offensichtlich übersieht der Herr Professor, daß in den modernen Massendemokratien schon seit langem nicht der Mehrheitswille bestimmend ist, sondern gerade im Gegenteil die Minderheit. In seiner Begeisterung für Religionsfreiheit und Multi-Kulti hat er nicht mitbekommen, daß niemand gefragt wurde, ob er eine multikulturelle Gesellschaft befürwortet, ob er die Gleichstellung von Homosexualität mit der Ehe befürwortet, ob er Moscheebauten mit Minaretten befürwortet und tausend andere Dinge, die über Minderheiten und deren Organisationen in der sogenannten „Zivilgesellschaft“ durchgesetzt werden, ohne daß jemals das Volk befragt wurde. In der Schweiz ist dies (noch) anders.
Wir bedauern sehr, daß sich Herr Professor Spaemann in den vergangenen Jahren mehr und mehr von der Überlieferung der katholischen Soziallehre entfernt hat und nun das Lied der Liberalen anstimmt.
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- CIVITAS Heft 16-2013 (2013.02.07)
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am 15.06.2013 14:00
Der Philosoph Robert Spaemann hat wie viele andere liberale Katholiken Kritik an der freien Entscheidung des Schweizer Volkes zum Verbot von Minaretten geäußert. Spaemann sagte in einem Interview mit der WELT, Minarette seien für den Islam in Europa „nicht lebenswichtig“. Dennoch müsse das Recht auf freie Religionsausübung verteidigt werden.
