Civitas Institut

„Von Gott stammt die Ehe – die Scheidung stammt vom Teufel“ PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. Oktober 2009 um 17:00 Uhr

 

sagt der hl. Augustinus. Ehe und Familie sind die Grundlage, die Keimzelle eines jeden Staates. Sind Ehe und Familie krank, ist es auch der Staat; sind Ehe und Familie zerstört, dann ist (bald) auch der Staat zerstört. Nicht nur am Beispiel des kommunistischen Kuba kann man die Folgen dieser Zerstörung gottgewollter Beziehung zwischen den Menschen studieren. Auch unsere Gesellschaft krankt zunehmend an den Folgen immer höherer Scheidungszahlen.

Die folgende Übesetzung aus dem Französischen erinnert an Grundgegebenheiten und Notwendigkeiten für Ehe und Familie – und an die immensen menschlichen Folgen der Scheidung für die Beteiligten und für die Gesellschaft. Jedoch nicht, ohne auch an die Gegenmittel zu erinnern.

„Es gibt also kein Schlupfloch, und die Scheidung ist für einen Mann, für eine Frau, insbesondere für Christen immer die schlimmste Geißel, der Ruin des ganzen Hauses, die Apokalypse des alltäglichen Lebens. (…). Am Tage der Heirat und vor allem durch das Treueversprechen, das man sich gegeben hat (und das ja nur der Anfang von allem ist), hat man eine Gesellschaft begründet. Diese Gesellschaft, die zunächst einmal nur zwei Mitglieder hat, ist im Besitze eines Gemeinwohls, das die beiden Teile dieser Gesellschaft weit übersteigt. Wie alle Teile, so sind auch diese für das Ganze geschaffen, und das Gemeinwohl dieser kleinen Gesellschaft geht sogar über sie hinaus. Die so gegründete Familie ist eine unvollkommene Gesellschaft (weil sie nicht alle Mittel zum Erreichen ihres Zweckes in sich selbst trägt), und als solche fügt sie sich notwendigerweise in das Gemeinwohl der gesamten menschlichen Gesellschaft, die sich naturrechtlich eben nicht aus Individuen, sondern aus Familien zusammensetzt. Aus diesem Grunde verlangt die Gerechtigkeit ohne jegliche Einschränkung die Stabilität dieser Keimzelle, und das nicht nur für diese selbst oder für ihre Mitglieder, sondern auch für die gesamte Zivilgesellschaft und für die Kirche selbst, und das sind beides vollkommene Gesellschaften. Die Scheidung und die an ihr Beteiligten, die Geschiedenen, sind Umstürzler, von denen der hl. Paulus in seinem Brief an die Römer versichert, daß sie sich selbst ihre Verdammnis zuziehen.

(…). Wenn nun zwei Eheleute mit mir von Scheidung sprechen, so lasse ich sie Platz nehmen, und dann rede ich. Sie wollen sich scheiden lassen? OK! Aber Sie müssen wissen, was Sie erwartet. zumindest sind sie vorgewarnt. Die Scheidung ist eine Endlosspirale, ohne Bremse, ohne Scham und Scheu, sie ist Haß. Wenn man es schon wagt, dieser Gesellschaft ein Ende zu setzen, welche Sie trägt, erhält, ja: Sie überhaupt ausmacht, dann ist die Liebe schon lange vergangen (und das ist dann der Grund für alles Unglück, welches dann folgt), dann hat sich der Haß eingenistet, auch wenn man es wegen verbleibendem Anstand und der Angst, es sich zuzugeben, noch nicht offen sagt. Und dieser Haß ist nicht mehr aufzuhalten. Um einen so katastrophalen Schritt zu tun, um seine Schande vor sich selbst zu rechtfertigen, muß man sich nämlich ganz unweigerlich selbst beweisen, daß Sie recht haben und der andere unrecht. Das ist jedoch völlig falsch; beide haben unrecht, schwer unrecht, seit langem unrecht, und beide wissen es besser als irgendwer sonst. (…) . Lüge, Mißtrauen, Bösartigkeit sind zum System gemacht worden; wie selbstverständlich reagiert der andere natürlich genauso ungerecht, und schon ist die Spirale des gegenseitigen Sich-Überbietens in Gang gesetzt. (…).

Diese Teufelsspirale wird verzehnfacht, wenn Kinder beteiligt sind. Schon bevor die Scheidung ausgesprochen ist, verlieren die Eltern, die Anwälte und Richter als Zeugen ihrer Schwachheit nehmen, augenblicklich alle Autorität über ihre Kinder. (…). Und so muß dann, will man das Erziehungsrecht oder zumindest ein Besuchs“recht“ erhalten, dem Richter nachgewiesen werden, daß der andere ein Monster ist. (…). Wenn zwischen dem Paar in Ordnung ist, dann ist alles in Ordnung. Wenn das Paar jedoch krank ist, dann zerfällt alles. Dann wird schmutzige Wäsche gewaschen, es geht um Geld, der Haß dringt überall hin – man muß ja die ganze Familie, die Freunde, die Bekannten, auch die beruflichen Kontakte überzeugen (ich habe es schon erlebt, daß der Feind in die Arbeitslosigkeit gestürzt wurde), daß der andere der einzig Schuldige ist und daß Sie unschuldig sind. Die Kinder werden unumkehrbar traumatisiert, bis in ihre innigste Beziehung zu Gott hinein. Wie zum Beispiel soll man ihnen erklären, daß Gott unser Vater ist, wenn sie dabei einen Vater vor Augen haben, der ein egoistischer Zyniker ist? Das gleiche gilt für die Mutter und die milde Barmherzigkeit, welche sie eigentlich doch verkörpern soll. Kinder aus geschiedenen Ehen sind, leider Gottes und gänzlich ohne ihre eigene Schuld, recht leicht zu erkennen. Sie sind unwiderruflich zerbrechlich und gelangen niemals zu jener natürlichen und übernatürlichen Ausgeglichenheit, die doch schon bei den anderen so schwer zu erreichen ist. Sie sollen Ihre Kinder „erziehen“ und haben keinerlei Autorität dazu, ist doch Ihr Leben das ständige Gegenbeipiel... Sehr bald schon werden Ihre Kinder davon überzeugt sein, daß sie, um ein gelungenes Leben zu führen, genau das Gegenteil von dem tun müssen, was sie erlebt haben, und daß sie nie die Möglichkeiten dazu haben werden. Die Scheidung hat weit in die Zukunft reichende Folgen, und das bedeutet eine schreckliche Verantwortung für alle diejenigen, die am Anfang dieser Kette von Folgen stehen.

Es ist so, daß die Liebe nicht nur so etwas wie ein Luxus für die Ehe ist; vielmehr ist sie ihr Motor, ihr Kraftstoff, sogar ihr eigentliches Ziel. (…). Lieben – das heißt nicht nur, in einem friedlichen Zusammenleben ohne große Geschichten die Schadensfälle zu begrenzen. Lieben – das ist positiv, tatkräftig, schöpferisch, überraschend. Alles, außer ertragen. Es ist eine Arbeit, es ist eine Kunst, jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick.“

 

 

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