Civitas Institut

Das Prager Jesulein als Erinnerung an das soziale Königtum des Gottmenschen

Papst Benedikt XVI. hat am Quatember-Samstag in Prag vor dem wundertätigen Gnadenbild Jesu - dem weltberühmten „Prager Jesulein“ - in der Kirche U.l.F. vom Siege eine goldene Krone als Devotionsgeschenk niedergelegt.

 

Das weltweit verehrte Gnadenbild, das an die Menschwerdung der zweiten Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit erinnert und an seine Herrscherrechte über die Seelen und Gesellschaften, ist in der Vergangenheit von den Habsburger Kaisern mit einem besondern Ornat und den Reichsinsignien ausgezeichnet worden.

 

Das Kaiserhaus, dessen letzter regierender Monarch von der Kirche zur Ehre der Altäre erhoben wurde, hatte eine besondere Beziehung zum Prager Jesuskind.

 

Was diese Auszeichnung bedeutete, kommentierte Dr. Ferdinand von Steinhart, einer der großen katholischen Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts so:

 

»Wenn das Gnadenreiche Prager Jesulein in Seinem Krönungsornat das Heilige Römische Reich als religiöse ideelle Realität auch heute noch bildhaft darstellt, kann Es damit nur meinen, daß jeder einzelne von uns den bewährten Prinzipien für das Zusammenleben in diesem Reich gerecht werden muß.

 

Karl der Große, der Gründer dieses Reiches, hat die Regel des hl. Benedikt zur Richtlinie für das christliche Abendland gemacht, denn diese Regel richtet sich keineswegs nur an das Mönchtum, von dem das Abendland geprägt ist. Sie richtet sich vielmehr, vor allem in ihrem dritten und insbesondere in ihrem vierten Kapitel, nicht nur an Abt und Mönch, sondern an alle Christen und zeigt auch Fürst und Untertan bis in alle Einzelheiten ganz konkret, welche Haltung und welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht oder ihm zuwiderläuft. ...

 

Wo und wann den Prinzipien des Königtums Unseres Herrn Jesus Christus auf Erden entsprochen wurde und wann gegen sie verstoßen wurde - so war Segen oder Unsegen die Folge.

 

Diese ewig gültigen Prinzipien gelten wie eh und jeh auch heute, wo es kein Heilige Römisches Reich mehr gibt, für jeden einzelnen, für jede Gesellschaft und für jedes Gemeinwesen. Die zwölf Bände füllenden Briefe des hl. Ignatius von Loyola an Empfänger verschiedensten Ranges und Bildungsgrades schließen zahllose Male mit der ständig gleichen Ermahnung, die Gnade zu erflehen, „den heiligsten Willen Gottes immer richtig zu erkennen und vollkommen zu erfüllen.“

 

Wie könnte man übersehen, daß das Jesulein nicht nur die gleiche Mahnung ausspricht, sondern uns auch Seine Gnade anbietet, diese Mahnung befolgen zu können, Seine Gnade, uns, wie wir in der Namen Jesu-Litanei bitten, „davor zu bewahren, Seine heiligen Einsprechungen zu vernachlässigen“.

 

Wir sind aber heute, in einer religiösen, theologischen und kirchlichen Situation, die uns ständig der Gefahr aussetzt, für den Willen Gottes und für Seine Einsprechung zu halten, was Seiner unteilbaren Glaubens- und Sittenlehre widerspricht. ...So werden wir unser Gnadenreiches Prager Jesulein vor allem und ganz besonders um die Kraft und den Mut bitten müssen den Katechismus ernst zu nehmen und unablässig und lückenlos als strengsten Maßstab an unser Denken, Reden und Handeln anzulegen, um der Sintflut, die uns umgibt, zu entrinnen und in Sein Reich zugelangen.«

 

 

 

 

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