| Stimmen zur Sozialenzyklika Papst Benedikt XVI. |
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| Donnerstag, den 09. Juli 2009 um 08:55 Uhr | ||||
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Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Er bezeichnete die Enzyklika als hochaktuelle und präzise Analyse. Zollitsch würdigte die Enzyklika als drängenden Appell an die politisch Verantwortlichen der Industriestaaten, für die Weiterentwicklung einer gerechteren Weltordnung zu arbeiten. Mit der Enzyklika gelinge Benedikt XVI. eine Aktualisierung der Katholischen Soziallehre. Erzbischof Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising: Er sieht in dem Papstschreiben ein „moralisches Ausrufezeichen zur rechten Zeit“. Es biete „Rückenwind“ für Überlegungen zur Ausgestaltung einer weltweit verbindlichen Ordnung, so Marx, der die Kommission der Deutschen Bischofskonferenz für gesellschaftliche und soziale Fragen leitet. Erzbischof Ludwig Schick, Bamberg, sieht durch die Sozialenzyklika die kirchlichen Hilfswerke gestärkt. Benedikt XVI. betrachte die Globalisierung positiv; sie müsse aber von Wahrheit und Liebe durchdrungen sein. Bischof Gebhard Fürst, Rottenburg-Stuttgart: Die Kirche als weltweit präsente Kraft müsse den „Global Players in Wirtschaft und Politik Maßstäbe verantwortlichen Handelns vor Augen stellen“. Bischof Stephan Ackermann, Trier, Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, nannte die Enzyklika einen „dringlichen Appell an die ethische Verantwortung des Menschen“. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) nannte es ein „Dokument der globalen Geschwisterlichkeit“. Nach Ansicht von ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer umreißt das Schreiben „ein weites Panorama der gegenwärtigen Menschheitsprobleme“. Der Text sei Verkündigung, Analyse und Programm zugleich. Peter Neher, Caritas-Präsident betonte, der Kirche und ihrer Botschaft komme angesichts der derzeitigen Verunsicherung besondere Bedeutung zu. Mit seiner „großen Enzyklika“ zeige Benedikt XVI., wie ein Ausweg aus der Krise aussehen könne. Bund Katholischer Unternehmer (BKU): Er würdigte das Grundsatzpapier als „wichtige Orientierungsmarke in stürmischer Zeit“. Der Papst bekenne sich unzweideutig zum Markt als zentraler Institution der Wirtschaft, der aber in ein größeres soziales und politisches Umfeld eingebunden und auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein müsse, betonte BKU-Vorsitzende Marie-Luise Dött in Köln. Katholische Hilfswerk Misereor: Zu Recht beklage Benedikt XVI., dass Gerechtigkeit und unentgeltliche Solidarität in einer „zunehmend an kurzfristigem Gewinn ausgerichteten globalisierten Wirtschaft unter die Räder zu geraten drohen“. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD): Das Papier sei eine Orientierungshilfe für die Politik. Als besonders wichtig bezeichnete er, dass sich der Papst mit Nachdruck „für gerechte Entlohnung, für würdevolle Arbeit, für starke Gewerkschaften und für umfassenden sozialen Schutz“ ausspreche. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wünschte sich eine breite Diskussion über die Enzyklika, „nicht nur innerhalb der katholischen Kirche, sondern auch in der CDU und der gesamten Gesellschaft“. Benedikt XVI. mache deutlich, dass unternehmerische Freiheit und Initiative ebenso wichtig seien wie soziale Verantwortung und die Ausrichtung der Wirtschaft an den Interessen von Mensch und Umwelt. Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzende der CDU-Sozialausschüsse: Sehr eindrucksvoll mache der Papst die Notwendigkeit der Orientierung des Handelns an ethischen Maßstäben für jeden Einzelnen deutlich, so der nordrhein-westfälische Arbeitsminister. Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB): Er sieht sich durch die päpstliche Sozialenzyklika in seinen Forderungen nach einer besseren Kontrolle über die globalen Kapitalströme bestätigt. Auch der DGB setze sich dafür ein, nachhaltiges Wirtschaften mit festen Strukturen der Zusammenarbeit von internationalen Institutionen wie Welthandelsorganisation und Weltbank zu verknüpfen, sagte DGB-Chef Michael Sommer in Berlin. Das linksradikale globalisierungskritische Netzwerk „attac“ äußerte sich enttäuscht. Angesichts weltweiter struktureller Ungleichheiten bleibe der Ton des Schreibens „ausgesprochen hilflos“. „Leider ist der römisch-katholischen Kirche schon seit Jahrzehnten der Blick auf die notwendige Korrektur ungerechter wirtschaftlicher Strukturen abhanden gekommen“, sagte ein Sprecher. Bodo Ramelow, religionspolitische Sprecher der Linken: Der Postkommunist vermißt klare Handlungsanweisungen. Die Enzyklika bleibe in Fragen konkreter Maßnahmen hinter den Erwartungen zurück. Karl Gabriel, Direktor des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Münster, hält die Forderung des Papstes nach einer politischen Weltautorität für „wenig realistisch“. Der Vorschlag aus der neuen Enzyklika von Benedikt XVI. als Antwort auf die Wirtschaftskrise sei „kaum zielführend“. Institut für Gesellschaftspolitik der Münchner Hochschule für Philosophie (SJ): Sie vermissten bei dem Text eine nähere Beschäftigung mit dem Klimawandel und dem Problem der Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wird zu der Enzyklika nicht offiziell Stellung beziehen. Es sei „guter Brauch“ zwischen den Kirchen, dass man sich nicht gegenseitig kommentiere, sagte EKD-Sprecher Reinhard Mawick auf Anfrage in Hannover. Er verwies zugleich darauf, dass es zwischen den Thesen des Papstes und dem in der vergangenen Woche veröffentlichten EKD-Papier zur Wirtschaftskrise deutliche Ähnlichkeiten gebe. Die linke Tageszeitung „taz“: Sie lobt die Enzyklika. Sie enthalte „streckenweise aufregende, zumindest durchaus anregende Passagen“. Ratzingers Gedanken glichen „versteckt dahingleitenden Wasserbomben, die den Tankern der weltweiten radikalen Marktwirtschaft noch einmal gefährlich werden könnten“. Internetportal „Spiegel Online“: Auch der kirchenfeindliche SPIEGEL würdigt das Schreiben als „kirchenpolitisch wegweisenden Text“. Er zeige auf, was man den Mächtigen der Welt nachsehen könne und was nicht. Streckenweise lese sich die päpstliche Kritik der Ökonomie jedoch wie ein „Referentenentwurf aus der Grundsatzabteilung des Wieczorek-Zeul- Ministeriums“. Wie man sieht: Für jeden ist was dabei und jeder kann sich das herausholen, was seiner eigenen Meinung entspricht. Kein gutes Zeichen.
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Nach der Veröffentlichung der Sozialenzyklika Papst Benedikts XVI. haben sich zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Institutionen zu Wort gemeldet und die Worte des hl. Vaters kommentiert. Hier ein kleiner Auszug: