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Kardinal Burke: Die Kirche wird homosexuelle Partnerschaften niemals billigen PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 22. Juni 2013 um 04:01 Uhr

Kardinal Raymond Leo Burke, Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur, war bei der Tagung „Evangelium Vitae“ anwesend, welche am 16. Juni in Rom beendet wurde.Er mahnt die Katholiken, aktiv zu werden, sich - notfalls auch auf der Straße – zur Verteidigung der Familie und des Lebens zu mobilisieren.

„Der Lebensschutz ist ein Kampf, in dem die Kirche nicht nachläßt. Das zeigt sich unter anderem auch in der Fortführung der Evangelium-Vitae-Tagungen, die auf eine Initiative Johannes Pauls II. zurückgehen. Warum hat der Lebensschutz eine so besondere Stellung?

Die Offenbarung hat uns ein Gesetz gegeben, und dieses Gesetz lehrt uns, dass es das allererste Recht eines Menschen ist, zu leben. Das ist die Unverletzlichkeit unschuldigen Lebens, und diese Wahrheit ist um so offensichtlicher, wenn man daran denkt, dass Jesus für alle Menschen gestorben ist, ohne jede Ausnahme. Denken wir an das Wort Jesu über das letzte Gericht: „Was ihr dem Geringsten unter euch getan habt, das habt ihr mir getan“ (Matth. 25,40). Nun sind aber diejenigen, die leben, aber noch nicht geboren sind, die Kleinsten, die Geringsten. Und deshalb wird die Kirche immer dazu aufrufen, dieses unschuldige Leben zu schützen. Darüber hinaus ist der erste Leitsatz des Naturrechts, das menschliche Leben zu fördern und zu schützen. Dieser Leitsatz ist in das Herz eines jeden Menschen eingeschrieben, und er wird von jedem Menschen geteilt, welches auch immer seine spirituelle Ausrichtung sei.

Eine Note der Kongregation für die Glaubenslehre, 2004 von Kardinal Ratzinger unterzeichnet, schreibt vor, dass katholischen Politikern und Politikerinnen, welche die Abtreibung öffentlich unterstützen, die Kommunion verweigert werden muss. Ist das noch aktuell?

Absolut! Politiker, die sich katholisch nennen, zugleich aber die Abtreibung unterstützen, weil sie angeblich ihre religiösen Überzeugungen nicht aufdrängen wollen, sind in einem schweren Irrtum, denn – wie ich bereits sagte – die göttliche Offenbarung bestätigt lediglich, was das allen zugängliche Naturrecht bereits sagt. Und wer nun offen die Abtreibung fördert, der kann keinen Zugang zur Heiligen Kommunion haben. Das ist auch im Artikel 915 des Kanonischen Rechts so vorgesehen. Die Katholiken müssen ihre Opposition ganz deutlich machen, auch auf der Straße, wenn das nötig ist.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Achtung vor dem Leben?

Die Familie spielt hier die erste Rolle, es sind doch die Eltern, welche ihre Kinder lehren sollen, das menschliche Leben zu achten und auch sich selbst zu achten. In einem zweiten Schritt muss die religiöse Erziehung die Kinder auf diese Sicht der Dinge vorbereiten. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Religionsunterricht sehr wichtig. Lange Jahre hindurch war die Art und Weise, die Kinder den Katechismus zu lehren, so dürftig, dass hier noch ganz dringender Handlungsbedarf besteht. Ich hoffe sehr, dass die Zeit dieser so dürftigen Katechese nun endlich vorbei ist. In meiner Zeit als Diözesanbischof habe ich versucht, so viel wie möglich zur Besserung dieser Zustände zu tun.

Sie sind der Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur, welcher über die rechte Anwendung der kirchlichen Rechtsprechung wacht. Wie steht es um die Lehre der Kirche über homosexuelle Verbindungen?

Die Lehre der Kirche ist da ganz eindeutig. Die sexuelle Verbindung im Rahmen der Ehe ist moralisch, denn diese ist der Ausdruck einer treuen, beständigen und fruchtbaren Liebe, einer Liebe zwischen einem Mann und einer Frau. In einer Note der Kongregation für die Glaubenslehre, die im Jahre 2003 erschien und vom damaligen Präfekten eben dieser Kongregation unterzeichnet ist, wird jede Form einer Legalisierung von homosexuellen Partnerschaften verurteilt. Die Natur lehrt uns, dass Mann und Frau füreinander geschaffen sind. Die Andersartigkeit, der Unterschied ist eine notwendige Bedingung für die Ehe. Man muss also verstehen, dass die katholische Kirche niemals homosexuelle Partnerschaften billigen wird, die ja keine Nachkommenschaft hervorbringen können.

In Frankreich ist das Gesetz, welches die Homosexuellenehe legalisiert, beschlossen worden. Was sollen die Katholiken nun tun?

Ich habe den Kampf der Franzosen gegen dieses Gesetz verfolgt. Ich kann ihnen nur sagen: demonstrieren Sie weiter, zeigen Sie weiterhin, dass dieses Gesetz ungerecht und unmoralisch ist. Die Kirche unterstützt Sie in diesem Kampf um Gerechtigkeit. Und so ermutige Ich auch die Priester und die Bischöfe, auf diesem Weg weiterzugehen und ihren Widerstand, wenn nötig, auch auf die Straße zu tragen. Es ist wichtig, das zu zeigen. Ich selbst habe auch demonstriert, insbesondere anlässlich des Marsches für das Leben. In „Evangelium Vitae“ spricht Johannes Paul II. von zivilem Ungehorsam – in genau diesen Fällen ist er angebracht.

Auch die Eltern haben ihre Aufgabe gegen solche heimtückischen Gesetze. Sie müsen genau wissen, was ihre Kinder tun. Das Allerschlimmste ist heute sicher die Pornographie. Die Eltern müssen wachseam sein, insbesondere, wenn die Kinder einen Computer nutzen und Dinge ansehen, deren Wirkungen sie nicht abschätzen können und die viel Unheil anrichten.

Wie kann man seine Kinder vor diesen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen bewahren, wenn sie überall davon umgeben sind?

Die Eltern müssen versuchen, ihre Kinder von alledem fernzuhalten und ihnen zu erklären, was gut und was schlecht ist. Man muss sich auch in die Schule einbrungen, dort aktiv werden. Insbesondere muss das katholische Erziehungswesen noch viel katholischer werden, als es das momentan ist.“

Pierre de Calbiac interviewte S.Em. Kard. Burke für famille chrétienne vom 20.06.2013. Übersetzung ins Deutsche: JV

 

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