| „Seine Heiligkeit“ will den Säkularismus |
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| Samstag, den 10. Dezember 2011 um 00:00 Uhr | ||||
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Der Buddhismus ist, wie Alexander Riedel in seiner Rezension des Buches in der „Tagespost“ ganz treffend bemerkt, „ein System zur Überwindung aller Abhängigkeiten, selbst die von Göttern“. Folglich ist der Säkularismus, der Europa in den vergangenen Jahrhunderten immer mehr zugrunde gerichtet hat, eine Konsequenz des Buddhismus. Und deshalb ist der Buddhismus wohl auch heute in Europa so beliebt. Anstelle einer objektiven Moral, wie sie sich im Naturrecht findet, das keineswegs säkularistisch ist obgleich es sich bereits in vorchristlicher Zeit findet, setzt der Dalai Lama sogenannte „innere Werte“. So schreibt er im Buch: „Was wir heute brauchen, ist eine ethische Grundlage, die sich nicht auf Glaubenssysteme bezieht und daher sowohl für religiöse als auch nichtreligiöse Menschen annehmbar ist: eine säkulare Ethik.“ Als hätte ihm Hans Küng diktiert. Dabei geht es vor allem um „Wohlergehen und den Nutzen aller empfindsamen Wesen“. Eine echte Wohlfühlethik also. Als wichtigste Werte gelten im die derzeit besonders modernen Werte Toleranz und Achtung gegenüber Mitmenschen. Zur Begründung seiner Ethik bezieht er sich vor allem auf Psychologie und Neurobiologie, während er vom Gebet nichts hält. „Wenn es um belastbare, direkte Ergebnisse geht, kann das Gebet beispielsweise nicht mit den Errungenschaften der modernen Wissenschaft mithalten“. Dies zeigt, dass „Seine Heiligkeit“ mit dem Gebet bisher keine Erfahrung gemacht hat. Wenn denn nun ein Gläubiger dennoch darauf besteht, dass es ohne Gott keine Grundlage für die Ethik gibt, so „toleriert“ unser Relativist natürlich auch diese Auffassung, teilt sie aber nicht. Ethik kann sich nach Auffassung des Dalai Lama „einfach als natürliche und vernünftige Reaktion auf unser ureigenstes Menschsein“ bilden. Doch was dieses „ureigenste Menschsein“ ist, diese Frage beantwortet er natürlich nicht. Hätte er sie zumindest zu beantworten versucht, als Frage nach der Natur des Menschen, wie sie in der abendländischen Philosophie schon von Platon und Aristoteles beantwortet wurde, dann wäre er auch das Naturrecht gestoßen, das aber keineswegs Gott ausschließt, sondern an die erste Stelle setzt. Und dies bereits bei Platon, Aristoteles, der Stoa und bei Cicero, die keineswegs Christen waren. Das auszeichnende des Buches ist vor allem ein: Oberflächlichkeit. Dadurch bleibt der Dalai Lama vollkommen im Mainstream und singt das Lied des Zeitgeistes. Doch gerade dieser Relativismus der Gegenwart ist die Ursache für den vollständigen sittlichen Zerfall. Somit leistet das Buch einen Beitrag zu diesem Zerfall.
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- CIVITAS Heft 16-2013 (2013.02.07)
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am 15.06.2013 14:00



Der Dalai Lama hat wieder ein Buch geschrieben. Der Titel lautet „Rückkehr zur Menschlichkeit“ und damit meint er ein rein säkulare Ethik, die von jeder Religion frei ist. Wer sich darüber angesichts dessen wundert, dass der Dalai Lama der „religiöser Führer der Tibeter“ ist und mit „Seine Heiligkeit“ angesprochen wird, der kennt nicht den Buddhismus.
