| Wider die Gläubigenbeschimpfung – Ein Kommentar |
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| Mittwoch, den 29. Juni 2011 um 00:00 Uhr | ||||
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Der Bischof wird mit folgender Aussage zitiert: „Heute stellen die Bistümer viele Einzelfragen direkt in Rom, weil es schnell den Vorwurf gibt, man sei nicht mehr katholisch.“ Es war kein geringerer als Joseph Kardinal Ratzinger, der vor wenigen Jahren beklagte, man könne froh sein, wenn man aus deutschen Bistümern überhaupt eine Antwort auf römische Nachfragen erhalte.
Die deutschen Bischöfe hatten 2006 den Vatikan nach Presseberichten aufgefordert, ihnen die Absender (!) von Beschwerdeschreiben mitzuteilen oder sie „in den Mülleimer zu werfen“.
Nuntius Erwin Ender (2003-2007 in Berlin) hatte 2004 die Öffentlichkeit wissen lassen, er schicke Beschwerden an die Bistümer zurück.
Durch den neuen Nuntius scheint die Situation besser geworden zu sein. Bischof Algermissen stellte vor einigen Jahren fest, „Anschwärzung und Denunziation deutscher Bischöfe aus ihrem Heimatland in Rom“ hätten „dramatisch zugenommen“.
Es ist daran zu erinnern, daß es aus dem Glauben an den Primat des Papstes und aus dem geltenden Kirchenrecht heraus klar ist, daß jeder Gläubige ein Grundrecht hat, sich direkt an den Obersten Hirten zu wenden.
In fast jeder Diözese werden Beschwerden über liturgische, katechetische oder theologische Mißstände entweder nicht oder nichtssagend beantwortet, oder sogar verteidigt. Die Beispiele sind Legion. Wenn sich dann Gläubige an den Heiligen Stuhl wenden, ist das nicht nur verständlich, sondern löblich. Es spricht daraus eine große Liebe zur Kirche.
Es kommt auch immer wieder vor, daß Beschwerden beim Ortsordinarius als „Denunziation“ des örtlichen Klerus bzw. der örtlichen „zweiten Hierarchie“ (der Pastoralreferenten bzw. Pastoralräte) bezeichnet werden. Der Heilige Stuhl ist für viele treue Katholiken die letzte Möglichkeit, ihre Sorge derjenigen Institution vorzutragen, der von Christus der Schutz des Glaubenslebens anvertraut ist.
Das Wort „Denunziation“ zu benutzen, zeugt nicht nur von einem falschen und wenig souveränen Amtsverständnis eines Apostelnachfolgers.
Man hat den Eindruck, hier fühlt sich einer ertappt.
Das Wort „Denunziant“ ist geschmacklos und hat im zeitlichen Umfeld der Seligsprechung der drei Lübecker Märtyrer (der „Kirchenbote“ berichtete darüber) einen besonders üblen Beigeschmack. Man rückt in diesem Kontext fromme und besorgte Katholiken in die gleiche Ecke wie Nazis, die im III. Reich ihre Priester anzeigten.
Die Wahrnehmung von Grundrechten ist keine unmoralische Handlung. Es müßte doch im ureigensten Interesse des Bischofs liegen, hier von Rom den Rücken gestärkt zu bekommen.
Das Civitas-Institut ermutigt die Gläubigen ausdrücklich, den Heiligen Stuhl über pastorale Mißstände zu informieren. Schreiben Sie nüchtern, kurz und höflich und tragen Sie dem den Organen des Heiligen Stuhls Ihre Beobachtungen mit. Das ist keine „Denunziation“, sondern ein Akt tätiger Nächstenliebe.
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- CIVITAS Heft 16-2013 (2013.02.07)
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am 15.06.2013 14:00



Der „Kirchenbote“ des Bistums Osnabrück berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, Bischof Franz-Josef Bode habe bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Stadt Lingen das innerkirchliche „Denunziantentum“ beklagt. Katholiken würden sich beim Heiligen Stuhl beklagen, „wenn ihnen die Entwicklung in der eigenen Umgebung nicht gefalle“.
